/Abschiebung und immer noch kein Ende!

Abschiebung und immer noch kein Ende!

Unser Landesinnenminister Strobel soll kürzlich das System der Abschiebungen als bürokratisches Monstrum bezeichnet haben. Ein Freiburger Fall geht noch darüber hinaus.

Ein Blick zurück: Vor über zwei Jahren wurde die Roma-Familie Ametovic, eine Mutter mit 6 Kindern im Alter von bis zu 10 Jahren, nach Serbien abgeschoben. Die Badische Zeitung, die Stadt Freiburg, einige Stadtratsfraktionen, Landtagsabgeordnete von SPD und GRÜNEN und auch die Emil-Gött-Schule in Zähringen waren in Aufregung. Das „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ forderte in einer Petition die Wiedereinreise der Familie. Aber das Regierungspräsidium versicherte, dass keine Abschiebehindernisse vorgelegen haben. Der älteste Sohn der Frau Ametovic war Schüler der Klasse 3a der Emil-Gött-Grundschule. Die dortige Lehrerin M. B. hat die Abschiebung in der Schule thematisiert. Die Kinder konnten dann ihre Gefühle niederschreiben, die teilweise in der Presse abgedruckt wurden. Aus ihnen geht hervor, dass das Thema einige Schüler psychisch belastet hat. Aus unserer Sicht ist das Vorgehen der Lehrerin zu verurteilen. Wie sollen 9- bis 10-jährige Kinder die Hintergründe eines Abschiebeverfahrens durchschauen können?  Hier wurden die Gefühle der Kinder dazu benutzt, eine politische Kampagne zu unterstützen. Richtig wäre es gewesen, die Kinder nicht unnötig mit dem Problem zu belasten.

(Peter Bulke)

Nach der Ankunft der Familie in der Heimat soll Frau Ametovic nach damaliger Auskunft der zuständigen serbischen Stelle eine angebotene Wohnung abgelehnt haben – vielleicht, weil sie – in ihrer Haltung gestärkt durch den Freiburger Unterstützerkreis – unbedingt nach Deutschland zurück wollte?? Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass Frau Ametovic psychisch gestört ist. Wie die Badische Zeitung am 21. 02. 2017 berichtete, haben Helfer des Freiburger Jugendhilfswerks es geschafft, der Familie in Serbien ein Haus zu besorgen. Doch auch dieses hat sie nach sehr kurzer Zeit wieder verlassen, um in das Roma-Lager zurückzukehren, wo sie unter sehr schlechten Bedingungen lebt. Es hieß, Frau Ametovic habe sich in dem Haus zu sehr allein und überfordert gefühlt. Vielleicht starten die Freiburger Unterstützer einen weiteren Versuch. Unabhängig davon fordert das „Freiburger Forum“ weiterhin die Rückkehr nach Freiburg. Über die Petition wurde noch nicht entschieden. Die Geschichte geht also weiter.