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Aggressive Antirassistinnen

Zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion hatte das „Freiburger Bündnis gegen Rassismus“ in die Universität eingeladen. Neben der Vertreterin dieses Bündnisses, Nora Berneis, diskutierten die Verdi-Vertreterin Katharina Kaupp und der Sozialwissenschaftler und Publizist Sebastian Friedrich. Auch Radio Dreieckland war anwesend. Hauptsächlich ging es um Gegenstrategien gegen die AfD. Die beiden weiblichen Diskussionsteilnehmer äußerten sich recht emotional und unsachlich, z.B.: Mit der AfD würden bald auch einige Neonazis in den Bundestag einziehen. – „Das macht mir große Angst“. – Weil die AfD undemokratisch sei, müsse auch in Freiburg Widerstand gezeigt werden.  Die AfD müsse merken, dass sie in Freiburg unerwünscht sei. Informationsstände müssten gestört werden. Man sollte Menschen auffordern, AfD-Flugblätter zu entsorgen und gegnerische Flugblätter verteilen. Auch von Blockaden war die Rede. Die Verdi-Vertreterin berichtete, dass u.a. Stammtischkämpferinnen ausgebildet werden, die auch in nichtlinken Bevölkerungskreisen ihre Argumente verbreiten sollen. Wenn aktiv gearbeitet werde, komme vielleicht die AfD doch nicht in den Bundestag.

(von Peter Bulke)

Sebastian Friedrich, der sich seit 2008 mit rechten Gruppierungen beschäftigt, zeigte sich nüchterner. Nach seinen Erkenntnissen hat es in den letzten Jahren keinen Rechtsruck in der Bevölkerung gegeben. Das Wählerpotential für die AfD liege bei knapp 20 %. Die AfD ändere ihren inhaltlichen Schwerpunkt, indem sie soziale Themen in den Vordergrund stelle. Hier müsse die Bevölkerung auf inhaltliche Widersprüche im Parteiprogramm hingewiesen werden. Dies sei aber mehr eine langfristige Aufgabe. Der Nichteinzug in den Bundestag sei sehr unwahrscheinlich, aber nicht ganz unmöglich, je nachdem, wie innerparteiliche Meinungsverschiedenheiten gelöst werden.