„Flüchtlinge“ als Sicherheitsproblem

Peter Bulke/   Etwa ab Jahresbeginn bis April haben wir die Berichte in der Badischen Zeitung – Ausgabe Südlicher Breisgau – festgehalten, die von kriminellen Handlungen in Freiburg und Umgebung handelten. Festgehalten wurden die Taten und die Beschreibung der Täter; denn insbesondere wenn die Täter nicht gefasst werden konnten, gibt es in der Regel eine grobe Beschreibung, die auf Aussagen des Opfers oder evtl. weiterer Zeugen beruht. Natürlich sind diese Angaben häufig recht ungenau. Erfasst wurden Angriffe auf Personen, auch wenn es nur darum ging, ihnen etwas – z.B. eine Handtasche – zu entreißen. Außerdem wurden Berichte über Rauschgiftaktivitäten erfasst. Ein Teil der Täter blieb unberücksichtigt, da über sie keine brauchbaren Informationen vorlagen. Das trifft z.B. auch bei zwei Überfällen auf einen Laden zu, weil die Täter maskiert waren. Es ist selbstverständlich, dass die äußere Erscheinung nicht zeigt, ob es sich bei einem Täter um einen „Flüchtling“ handelt oder nicht; aber sie beeinflusst die Wahrscheinlichkeit der Zuordnung. Etliche der Straftaten ereigneten sich auf dem Stühlinger Kirchplatz  (Foto). Das Kapitel Drogenhandel lässt sich schnell abhaken. In mindestens drei der vier Fälle waren die Drogenanbieter Schwarzafrikaner. Zum 4. Täter gab es keinen brauchbaren Hinweis. Sexuelle Gewalt oder Belästigung ging von fünf Tätern aus. Vier davon waren Schwarzafrikaner, und einer hatte „südländischen Teint“. (Zu bedenken ist, dass das Meiste, was auf diesem Gebiet innerhalb der deutschen Gesellschaft vorkommt, überhaupt nicht öffentlich bekannt wird.)  Die meisten erfassten Handlungen bilden sonstige Gewalttaten, meistens in Verbindung mit versuchtem Raub. Von den 33 Tätern lag von 25 eine Beschreibung vor.  Davon lassen sich 8 als Europäer einordnen, darunter auch zwei Personen, die gemeinsam einen Schwarzafrikaner angriffen. Unter den 17 nicht europäisch aussehenden Tätern waren 11 dunkelhäutig und 6 vermutlich aus dem Orient („arabisches Aussehen“, Afghane, Libanesen u.a.). Man kann davon ausgehen, dass ein Teil dieser 17  Personen „Flüchtlinge“ waren, die damit ein gewisses Sicherheitsproblem bilden. Nach der jüngst veröffentlichten Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2017 liegt der Anteil der „Flüchtlinge“ bei den schweren Straftaten im Bereich um 15 % bei einem Bevölkerungsanteil von 2 %.

Die neue Völkerwanderung

Peter Bulke/   Der angesehene promovierte Historiker und Wirtschaftsberater Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers, ist häufiger Gast in Freiburg, so auch im vergangenen Monat beim Walter-Eucken-Institut. Einige Monate zuvor hatte er in Freiburg sein Buch „Die neue Völkerwanderung“ vorgestellt. Asserate weist darauf hin, dass sich viele junge Menschen in Afrika – auch bei Berücksichtigung der großen  innerafrikanischen Unterschiede – geradezu nach Veränderungen sehnen. In vielen Staaten habe sich seit der Unabhängigkeit die Situation auf zahlreichen Gebieten,  wie Infrastruktur, sozialem Frieden, Rechtssicherheit, Bildungswesen, verschlechtert, obwohl in diesen 50 Jahren riesige Geldsummen nach Afrika gepumpt worden sind. Doch diese unterstützten häufig korrupte Gewaltherrscher. Ein großer Teil des Geldes sei in Form teurer Immobilien (z.B. an der Reviera) oder auf Schweizer Konten nach Europa zurückgeflossen. Als neues großes Übel sieht Asserate das Landgrabbing ausländischer Investoren, mit denen afrikanische Potentaten zusammenarbeiten. Sehr aktiv seien auch chinesische Firmen. Ihnen gehe es in erster Linie um die Ausbeutung Afrikas und um den Absatz billiger Produkte. Chinesische Handys seien inzwischen sehr weit verbreitet – nicht selten mit Funktionsstörungen. Ungünstige Auswirkungen habe auch die internationale Freihandelspolitik. Als eins von mehreren Beispielen aus dem Agrarbereich nannte der Referent den Export italienischen Tomatenmarks nach Ghana. Viele einheimische Kleinbauern verloren dadurch ihre wirtschaftliche Existenz.

Ein häufiger Ausspruch Asserates ist: Wer Europa retten will, muss Afrika helfen. Was müsste getan werden? Deutschland sei Vorbild für das Duale System. Ein solches werde in Afrika dringend benötigt, um Arbeitsplätze zu schaffen. Ohne ein solches Programm werde auch das überschüssige akademische Proletariat ständig zunehmen. Wichtig seien weiterhin Kleinkredite für landwirtschaftliche Vorhaben und Investitionen deutscher mittelständischer Firmen. Positiv beurteilt Asserate den von Entwicklungsminister Müller (CSU) vorgesehenen Marshallplan für Afrika.

Anzumerken ist: Die Größe der Aufgabe lässt bedeutsame Erfolge nur sehr langfristig erwarten. Vor allem wird sich das rasante Bevölkerungswachstum als äußerst hinderlich erweisen. Deshalb bleibt die Forderung nach strikten Grenzkontrollen und nach einem Verzicht auf die derzeitige Zuwanderungspolitik für jeden verantwortungsbewussten Deutschen und Europäer unverzichtbar.

Journalistische Entgleisung des Schwarzwälder Boten

Peter Bulke/   In Lahr findet bekanntlich in diesem Jahr die Landesgartenschau statt. Kurz vor der Eröffnung hieß es zum Schluss in einem Artikel des Chefredakteurs des Schwarzwälder Boten, Jörg Braun:

Der blütenreiche Impuls soll Tagestouristen erfreuen, den Bürgern langfristige Verbesserungen bringen und als dritten Punkt das Image der Stadt Lahr kräftig aufpolieren. Die Kommune am Rande des Schwarzwäldes will mit der Gartenschau auch ihr Negativ-Bild einer „Russenstadt“ abstreifen. Nach Abzug kanadischer Truppen vor zwei Jahrzehnten waren rund 10.000 Spätaussiedler in Lahr angesiedelt worden. Das prägte und prägt Lahr gewaltig. Nun will der Ort ein blumig-fröhliches Gegengewicht setzen. …

Diesen Bemerkungen folgte keine große öffentliche Aufregung, weder in übrigen Medien, noch bei Politikern; denn das Negativ-Image der Stadt wurde doch „nur“ mit Spätaussiedlern, nicht mit sog. „Flüchtlingen“ aus dem Orient und Afrika in Verbindung gebracht! Unfaire Pauschalierungen gegenüber einer deutschen Volksgruppe werden stillschweigend geduldet. Heftige Reaktionen auf den genannten Artikel beschränkten sich deshalb vorwiegend auf die Gemeinschaft der Russland-Deutschen im Internet. Immerhin kam es in Lahr zu einer Ausspache zwischen Vertretern der russlanddeutschen Landsmannschaft und dem Chefredakteur des Schwarzwälder Boten.

Um bei dieser Gelegenheit an das Schicksal vieler Sowjet-Deutscher zu erinnern, wurde das obige Bild ausgewählt. Es ist der Umschlagseite eines Buches entnommen: „Das Schicksal der Deutschen in der Sowjetunion“ von Walter Lange, erschienen im Lichtzeichen-Verlag. Das Bild zeigt Inhaftierte eines Arbeitslagers. Sie wurden wie Sklaven behandelt. Viele der Hunderttausenden starben dort an Hunger, Entkräftung und extremer Kälte. Wer krank wurde, war besonders schlimm dran. Als Unproduktiver galt er als überflüssiger Esser. Über die Geschichte der Sowjet-Deutschen wird im Allgemeinen kaum informiert. Unter Schülern herrscht meistens eine große Unwissenheit, obwohl im Durchschnitt in jeder deutschen Schulklasse ein Schüler ist, der mindestens einen russlanddeutschen Elternteil hat.

Asoziale Nachtschwärmer

Peter Bulke/   Schon im Jahre 2012 hatte der TÜV-Süd im Auftrag der Stadt ermittelt, dass der nächtliche Lärmpegel in der Innenstadt den vorgeschriebenen Grenzwert weit übersteigt. Doch das damalige TÜV-Gutachten galt vor  Gericht als nicht ausreichend. Das in den letzten Tagen vorgestellte Gutachten der Landesanstalt für Umweltschutz (LABW) mit Messergebnissen vom Sommerhalbjahr 2017 bestätigt die damalige Feststellung. Trotz zahlreicher Beschwerden hat sich an den für die Altstadtbewohner unzumutbaren Zuständen seit Jahren nichts geändert. OB Salomon meinte einmal, dass sich das Lärmproblem sowieso nicht lösen ließe. Immerhin hatte er vor rund 10 Jahren ein Draußen-Alkohol-Trinkverbot durchgesetzt. Doch dieses wurde aufgrund einer Klage  2009 vom Verwaltungsgerichtshof  leider gekippt. Das Verbot für ein größeres Gebiet sei zu pauschal.  Die rechtliche Situation ist dadurch komplizierter geworden. Wird der neue OB Martin Horn sich dieses Problems intensiver annehmen? Immerhin müsste für ihn – ein bekennender Christ und Familienvater – die gegenseitige Rücksichtnahme der Bürger untereinander einen besonders hohen Stellenwert haben. Allerdings kann die Stärke linksorientierter Gruppierungen im Freiburger Stadtrat ein Hindernis für Verbesserungen sein. Bei allen entsprechenden Diskussionen in der Vergangenheit zeigten Vertreter linker Fraktionen immer ein übergroßes Verständnis für Nachtschwärmer. Für die OB-Kandidatin Monika Stein war das Nachtleben sogar ein wichtiger Programmpunkt ihres Wahlkampfes!  Bei den Linken war nur immer wieder von Toleranz und notwendigen Freiräumen die Rede. Dazu passt die völlig wirkungslose „Säule der Toleranz“, die seit Jahren auf dem Augustinerplatz steht und eigentlich zur Lärmminderung beitragen sollte (obiges Foto). Eine Verbesserung der Situation wird ohne eine Art Kommunalen Odnungsdienstes mit polizeiähnlichen Funktionen nicht zu erreichen sein. Der 2017 eingerichtete Gemeindevollzugsdienst hat hauptsächlich andere Aufgaben und reicht dafür nicht aus

Das Ruhebedürfnis und damit die Gesundheit insbesondere der arbeitenden Bevölkerung und der Kinder sollte  Vorrang haben gegenüber der Befriedigung einer überzogenen Vergnügungssucht.    .

Wilde Hassgesänge

Peter Bulke/   Die obige Überschrift „Wilde Hassgesänge“ würde als Name des Films „Wildes Herz“ besser passen. Der Film lief im April im Freiburger Kino Harmonie. „Klare Kante gegen Rechts“, so betitelte Alexandra Seitz ihren Artikel im Kulturteil der Badischen Zeitung, als sie über den Film berichtete. Lobend hieß es schließlich: „Wildes Herz“ ist ein Dokument konkreter Antifa-Arbeit und hat den Charakter eines angesichts der politischen Großwetterlage so notwendigen wie dringlichen Appells.“ Es geht um eine vor ca. 10 Jahren von 5 Schülern in Mecklenburg-Vorpommern .gegründete Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“, die ihre Aufgabe im Kampf gegen „Rechts“ sieht und bald einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland erreichte. Ihre Hassgesänge betrafen nicht nur sog. Rechte, sondern auch die Polizei  und Deutschland insgesamt („Deutschland ist Dreck“). Die Band ist in mehreren Verfassungsschutzberichten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Linksextremismus erwähnt und als gewaltbefürwortend eingestuft. Wie die „JUNGE FREIHEIT“ vom 13. April berichtete, reagierte die Band auf diese Berichte, indem sie die Verfassungsschutzmitarbeiter als „Naziunterstützerbande“ bezeichnete. Die Zeitung zeigte auch auf, wie sehr die Band von Politik und wohlwollenden Medien „verhätschelt“ und deshalb deutschlandweit bekannt wurde. Sogar Preise hat sie erhalten, z.B. den ver.di-Preis. Und was meinte der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas zu der Band?  Zu einem Auftritt in Anklam 2016 twitterte er: „Tolles Zeichen gegen Fremdenhass und Rassismus. Danke.“

Neue Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Freiburg

Peter Bulke/   Ab 2019 soll es in Baden-Württemberg nur noch je eine LEA je Regierungsbezirk geben: Freiburg, Karlsruhe (zusammen mit dem ehemaligen Patrick-Henry-Village in Heidelberg), Sigmaringen und Ellwangen. In Freiburg werden dafür die bisherigen Polizeiausbildungsgebäude an der Lörracher Straße zur Verfügung stehen. Im April wurde das erste von vier Gebäuden, das für LEA-Zwecke saniert wurde, der Öffentlichkeit vorgestellt (siehe obiges Foto). Es enthält 42 Zimmer (mit je etwas über 20 qm) für jeweils drei Personen. Die Art der Unterbringung wird sich damit erheblich verbessern. Die Zelthallen sollen abgebaut werden. Später werden auch Kantine, Aufenthaltsraum und andere Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung stehen. Natürlich wird auch an die besondere Unterbrigung von Familien gedacht. Zur LEA Freiburg wird vorerst auch noch die Unterbringungseinrichtung in den ehemaligen französischen Kasernen in Donaueschingen gehören. Ab diesem Monat Mai wird das frisch sanierte Gebäude in Freiburg bezogen, hauptsächlich von männlichen Schwarzafrikanern. Eine Außenstelle des BAMF befindet sich in Freiburg im Gewerbegebiet Haid in der Bötzinger Straße. Hier erfolgen Registrierung, Asylantragstellung und Anhörung für den gesamten Regierungsbezirk. Die Aufentshaltsdauer in der LEA ist im Normalfall auf 6 Monate begrenzt. Für gewisse Fälle gibt es aber Ausnahmeregelungen.

Für die Anschlussunterbringung sind die Kreise als untere Aufnahmebehörden zuständig. Die entstehenden Kosten muss das Land erstatten. Das Verfahren läuft aber nicht immer zur Zufriedenheit der Kreise ab. Mindestens erhalten sie aber eine Pauschale von 13.260 € je Ankömmling. Der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat insgesamt 2.000 Aufnahmeplätze, die auf Gemarkungen etlicher Gemeinden verteilt sind. Diese 2.000 Plätze sollen aus Kostengründen auf 1.000 verringert werden; denn sie sind aufgrund des großen Anstrums 2015 errichtet worden. Die Aufenthaltsdauer soll hier in der Regel nach 24 Monaten bzw. bis zum Ende des Asylverfahrens enden.

Anschließend werden die Betroffenen an die Gemeinden weitergeleitet. Für diese ist die Unterbringung meistens ein echtes Problem. Sie bekommen zwar von den Kreisen einen Pauschalbetrag; aber genügend private Vermieter zu finden, ist nicht einfach. Deshalb sind etliche Gemeinden gezwungen, Wohnungen zu bauen. In besonderen Fällen können die Betroffenen in den Kreisunterkünften verbleiben. Die Kosten dafür müssen dann die Gemeinden übernehmen. Eine praktische Lösung hat die Stadt Emmendingen mit dem Kreis vereinbart, indem sie nicht mehr benötigte Gebäude des Kreises für zwei Jahre gemietet hat.

Fälschungen bei der Bundestagswahl 2017?

Peter Bulke/  Im Computerzeitalter lassen sich aus riesigen Datenmengen Erkenntnisse gewinnen, zu denen man früher niemals vorgedrungen wäre, weil der Arbeitsaufwand das nicht zugelassen hätte. Obwohl es am 28. 04. in der Badischen Zeitung zu lesen war, ist ein dort mitgeteilter Zusammenhang so bemerkenswert, dass darauf hier noch einmal eingegangen werden soll. Aus den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017 konnte im Unterschied zu 2013 folgendes festgestellt werden: In etlichen Wahlbezirken Westdeutschlands  – nicht im Gebiet der ehemaligen DDR – gibt es eine statistisch gesicherte positive Korrelation zwischen dem Stimmenanteil für die AfD und dem Anteil ungültiger Stimmen. Dies teilte der Politologe Prof. Uwe Wagschal von der Universität Freiburg in einem BZ-Interview mit. Der erwähnte statistische Zusammenhang „kommt gehäuft in spezifischen Milieus vor. Diese sind vorwiegend städtisch, universitär und mit einem hohen Dienstleistungsanteil. Zudem gibt es einen hohen Akademikeranteil in diesen eher linksliberal-grünen Milieus“, so Prof. Wagschal. Betroffen sind auch Wahlbezirke in Freiburg und Emmendingen.

Sicherlich gibt es dafür nicht nur eine Erklärung; aber jede dürfte das oben angegebene Ergebnis beeinflusst haben. Es kann sein, dass es bei einem überdurchschnittlichen Anteil an AfD-Stimmen auch überdurchschnittlich viele politisch Unzufriedene gibt, die überhaupt keine Partei wählen wollen, aber bewusst einen ungültigen Stimmzettel – z.B., mit einem Kommentar versehen – abgeben. Bedenklich ist es natürlich, dass es  vermutlich bei  der Auszählung nicht immer ganz korrekt zugegangen ist, indem Wahlzettel nachträglich ungültig gemacht worden sind. Hier zeigt sich, dass es durchaus sinnvoll ist, dass nicht direkt beteiligte Personen bei der Auszählung in den Wahllokalen anwesend sind, um die Arbeit dort möglichst gut zu beobachten. Prof. Wagschal erwähnte auch, dass in zahlreichen Wahlbezirken die Erststimme seltener ungültig war als die Zweitstimme. Im Falle einer Fälschung war es natürlich im Sinne des Fälschers zweckdienlich, sich an die Zweitstimme zu machen, weil die Erststimme für mittlere und kleine Parteien keinen Einfluss auf den Umfang der parlamentarischen Vertretung hat.   ,

Lob der Vielfalt

Peter Bulke/   Anlass für den folgenden Text ist ein Leserbrief in der Badischen Zeitung vom 9. 4. (von H.J. Gorny, Ettenheim) unter der Überschrift „Mit so einer Partei kann man keinen Staat machen“. Es geht dabei um die AfD und einen Ausspruch Gaulands: „Es gibt keine Pflicht zur Vielfalt und Buntheit“. Gorny meint dann u. a.: “ Erst die Vielfalt macht die Erde lebenswert und interessant. Durch die natürliche Kraft der Vielfalt besiedelten Pflanzen, Tiere und Menschen die unwirtlichsten Gegenden. Diese Kraft ermöglicht, dass unzählige Lebensformen nebeneinander existieren.“   Nach diesem richtigen Hinweis müsste Herr Gorny eigentlich die Vorstellung unterstützen, dass der Reichtum der Menschheit in den zahlreichen unterschiedlichen Kulturen und Völkern besteht, der möglichst  bewahrt werden sollte. Diese Vielfalt ist bekanntlich bedroht. Durch den ständigen Zustrom von Nichteuropäern vor allem aus Afrika und dem Orient  gilt das   zumindest für die europäischen Völker und für Europa als Ganzes. Gegen diese zunehmende Überfremdung hat sich Gauland mit seiner oben zitierten Aussage gewendet.

Vielleicht fühlt sich der Leserbriefschreiber durch eine Äußerung des damaligen Bundesfinanzministers Schäuble aus dem Jahr 2016 bestätigt: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe.“  Man kann es kaum glauben, dass es möglich ist, dass ein angesehener Politiker mit solchem unsinnigen „Argument“ die Einwanderungspolitik verteidigt.

„Homo-Ehe“: Was würde Luther dazu sagen?

Peter Bulke/   Luther stünde vermutlich eher auf der Seite der württembergischen als auf der Seite der badischen ev. Landeskirche; denn einer seiner Grundsätze war: „Allein die Schrift“ (= Bibel). Allerdings sollen etwa 200 württembergische Pfarrer zumindest mit dem Gedanken sympathisieren, eine wichtige Entscheidung ihrer Landeskirche zu missachten.

Zur Erinnerung: 2016 beschloss die Synode der badischen Kirche, dass gleichgeschlechtliche Paare kirchlich getraut werden können. Lehnt der zuständige Pfarrer eine solche Trauung ab, muss der Dekan einen anderen Seelsorger mit dem entsprechenden Gottesdienst beauftragen. Die damalige Synoden-Abstimmung ergab 53 Ja- und nur 12 Neinstimmen bei einer Enthaltung. Gegen Ende 2017 hat sich auch die württembergische Kirchen-Synode mit diesem Thema beschäftigt. Allerdings hat dort die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare  zur Zeit keine Chance auf eine mehrheitliche Zustimmung. Deshalb ging es um einen Kompromiss: Darf eine solche Partnerschaft in einem öffentlichen Gottesdienst wenigstens gesegnet werden, wenn der zuständige Pfarrer und mit Dreiviertelmehrheit auch der Kirchengemeinderat zustimmen?  Für einen entsprechenden Beschluss war in der Synode eine Zweidrittelmehrheit notwendig.  Diese wurde nicht ganz erreicht. Das gefällt den oben erwähnten etwa 200 Ortspfarrern überhaupt nicht.

Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass öffentliche Segnungen ein großer Schritt zur Einführung der kirchlichen Trauung gleichgeschlechtlicher Paare sein können. Vermutlich wäre Luther deshalb heute auch mit der württembergischen Kirche nicht ganz zufrieden, auch deshalb nicht, weil die Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold 2017 die Schirmherrschaft für den dortigen Christopher-Street-Day übernommen hatte.

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Die üblichen primitiven Vergleiche der „Antifaschisten“

Peter Bulke/   Man fühlt sich an die Propaganda in der ehemaligen DDR zurückversetzt, wenn man sieht und hört, was SPD-Politiker manchmal von sich geben. Gegen Ende März fand am Synagogenplatz in Ihringen eine Veranstaltung zum 75-jährigen Gedenken an eine Reichstagsrede des Sozialdemokraten Otto Wels statt, in der er 1933 vor dem Ermächtigungsgesetz gewarnt hatte. Die SPD-Landtagskandidatin von 2016 und SPD-Kreisvorsitzende, Birgit Könnecke, konnte es nicht lassen, angebliche Parallelen der AfD zum Nationalsozialismus zu ziehen: „Man muss den rollenden Schneeball (jetzt) bekämpfen; die Lawine hält keiner mehr auf.“ Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle aus dem Kreis Emmendingen forderte ebenfalls, heute „Populismus“ und „Rechtsextremismus“  zu bekämpfen, um den Flächenbrand aufzuhalten, der Europa zu überrollen drohe. Es wurden auch Zitate früherer Nationalsozialisten und von AfD-Leuten vorgelesen, um zu zeigen, wie schwer sie voneinander zu unterscheiden sind. Es lohnt sich nicht, im Einzelnen darauf einzugehen. Denn eine solche Vergleichsmethode ist wertlos, weil Zitate immer aus dem größeren Zusammenhang gerissen werden und sich die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen inzwischen total verändert haben. Bei entsprechender Suche lassen sich gewiss auch Zitate von heutigen Sozialdemokraten finden, die denen früherer Nationalsozialisten ähneln, besonders auf dem Gebiet der Sozialpolitik.

Natürlich ist für jeden politisch interessierten Bürger diese wenig sachliche Art der Argumentation in der politischen Auseinandersetzung nichts Neues. Erinnert sei aber in diesem Zusammenhang an einen Vorgang im Stuttgarter Landtag vor ungefähr 20 Jahren. Als dort versucht wurde, eine angebliche Nähe der Ideen der REPUBLIKANER zum Nationalsozialismus aufzuzeigen, betrachtete ein REP-Abgeordneter diesen Unsinn von der humorvollen Seite. Er sagte damals ungefähr (nicht wörtlich): „Und wenn Hitler noch so gerne Schokolade gegessen haben sollte, so esse ich sie trotzdem!“: Anschließend verteilte ein Landtagsangestellter Schokolade an Abgeordnete.    ,