/Freiburg: “Konradsblatt” stellt konservative Christen unter Extremismus-Verdacht

Freiburg: “Konradsblatt” stellt konservative Christen unter Extremismus-Verdacht

Dem Titel “Erschreckende Verbindungen” schlägt das “Konradsblatt”, die katholische Kirchenzeitung für das Erzbistum Freiburg, jetzt regelrecht Alarm: Es geht – wie könnte es anders sein – um die angeblich so innigen Kontakte zwischen konservativen Christen und “rechtsextremen” Gruppierungen. Oho, da hätte man gerne Roß und Reiter gewußt, doch das Bistumsblatt verweigert klare und konkrete Auskünfte. Stattdessen bewegen sich die Vorwürfe, die in der aktuellen Ausgabe (Nr. 25/2015) ausgiebig ausgewalzt werden, in wolkigen, schein-akademischen Schlaumeiereien, die betont abstrakt und soziologisch gestelzt präsentiert werden, um den Anschein wohlfeiler Wissenschaftlichkeit zu erwecken.

Dabei geraten nicht etwa nur vermeintlich “rechtskatholische” Kreise ins Visier der Faschistenkeule bzw. linken Gedankenpolizei, sondern auch sogenannte “Rechts-Evangelikale”.

zweiseitige Interview ist leider online nicht zugänglich, liegt uns aber aus der Print-Ausgabe vor (siehe hier das Foto der Interview-Seite 24). Der Text besteht aus einer Einführung der Konradsblatt-Redaktion und einem Gespräch mit Sonja Angelika Strube, ihres Zeichens Privatdozentin an der “interdiziplinären Forschungsgruppe “Frieden, Religion, Bildung” (Uni Osnabrück). Die katholische Rechtsextremismus-“Expertin” hat unlängst ein Buch mit dem Titel “Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie” beim Herder-Verlag herausgebracht. Auf ein Werk, das sich mit dem “Linksextremismus als Herausforderung….” befaßt, werden wir wohl noch lange warten müssen, falls es überhaupt je erscheint….

“Christen und rechte Ideologie” im Visier

Mit der katholischen Theologin Strube führte die Redaktion also ein “Gespräch über Christen und rechte Ideologie”, wie es eingangs vielsagend heißt.

Die Dame zeigt sich “schockiert” darüber, daß “sich christlich verstehende Internetseiten” Kontakte pflegen zu Medien der “intellektuellen Neuen Rechten” sowie zu “extrem islamfeindlichen Medien.”

Sodann weiß die Buchautorin zu berichten, daß “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” (!) sowie “rechtsextreme Einstellungen” unter Christen sogar “etwas überdurchschnittlich verbreitet” seien, wie “verschiedene Studien” angeblich herausgefunden hätten.

Merkwürdigerweise weiß man aus der breitflächig angelegten KFN-Studie von Prof. Dr. Christian Pfeiffer (dem früheren SPD-Minister) genau das Gegenteil: Je frommer, je religiöser junge Christen denken, desto friedlicher und toleranter sind sie eingestellt.

Übrigens ergab sich bei jungen Muslimen das genaue Gegenteil: Je religiöser, desto aggressiver die jeweiligen Ansichten, desto gewaltbereiter die Personen insgesamt! (Näheres dazu im ZDF-Portal)

Aber vielleicht befaßt sich Frau Strube lieber nur mit jenen Studien, die ihr eigenes Weltbild zu bestätigen scheinen?

Außerdem läßt sie uns gerne an ihrem weiteren Wissen teilhaben: “Aktuell lässt sich eine Zusammenarbeit zwischen rechtschristlichen und politischen rechten Gruppierungen besonders deutlich bei den Themenbereichen Islam, Christenverfolgungen und Familie feststellen.”

Aber sicher doch: Wer sich mit derart verdächtigen “Themenbereichen” befaßt, sollte genauer unter die Lupe der roten Oberaufseher genommen werden, damit solche Pfui-Themen ausgegrenzt und zukünftig alles mit rechten – äh: linken! – Dingen zugeht.

“Christen sind nicht nur Verfolgungsopfer”

“Islamfeindliche Gruppen erwecken”, so behauptet die Theologin munter weiter, “den Eindruck, Christen wären immer nur Verfolgungsopfer, nie Täter, und sie würden ausschließlich durch Muslime verfolgt. Beides stimmt nicht mit den weltweiten Realitäten überein.”

Leider versäumt es die Autorin, ihren Lesern zu erklären, wie die “weltweiten Realitäten” aus ihrer speziellen Sicht aussehen – und wo die Christen denn bittschön als “Täter” agieren. Die Redaktion des “Konradsblatts” hält es auch nicht für nötig, hierbei nachzufragen, sondern stellt dieser Dame eine Gefälligkeitsfrage nach der anderen!

Abgesehen davon ist es schlicht Unsinn, “islamfeindlichen Gruppen” die Behauptung zu unterstellen, Christen würden “ausschließlich” durch Muslime verfolgt. Gerade in islamkritischen Kreisen wird die Verfolgung von Christen in kommunistischen Staaten wie Nordkorea oder Rot-China ebenfalls häufig thematisiert (von Frau Stube freilich mit keinem einzigen Wort).

Einsatz für Familienwerte macht verdächtig

Auch das Eintreten für klassische Vorstellungen von Ehe und Familie ist Frau Strube nicht geheuer: “Beim Themenfeld “Familie” treffen sich konservative Christen und rechte Gruppen inhaltlich im Kampf für ein enges traditionelles Familienverständnis.”

Sodann wirft die Autorin diesen familienbewegten Christen ein “bestimmtes, enges Verständnis von Schöpfungsordnung” vor, ohne dem geneigten Publikum zu erläutern, wie sie sich selber die angeblich richtigere Sicht dieser Schöpfungsordnung vorstellt…

Auf die besorgte Frage des “Konradsblattes”, welche “christlichen Kreise” denn in einem besonderen Maße “gefährdet” (!) seien, weiß die Interviewte zu berichten:

“Grundsätzlich sind es Menschen, die besonders rigide Frömmigkeitsstile pflegen, strenge Regeln einhalten bzw. von anderen deren Einhaltung fordern.”

Ähnlich bedroht von rechtsextremer Einstellung sind laut Strube zudem jene Menschen, “die sehr überzeugt davon sind, dass ihre eigenen Glaubensvorstellungen die einzig wahren sind”.

Unsereins hätte gerne gewußt, wie diese Theologin denn die offensichtliche Tatsache beurteilt, daß Christus einen klaren Wahrheitsanspruch verkündete, ja sogar rundweg erklärte: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.” – Das Johannesevangelium berichtet, daß der Erlöser dieser “rigiden” Äußerung gar noch die gewiß “fundamentalistische” Bemerkung hinzufügte: “Niemand kommt zum Vater außer durch mich.”

Ob ER und seine Apostel, welche diese Botschaft des HERRN unter Einsatz ihres Lebens verkündeten, aus der Sicht dieser Dame wohl in besonderem Maße “gefährdet” und daher mindestens therapiebedürftig waren?