Juden in der AfD

Peter Bulke/   Bei der kürzlich gegründeten Gemeinschaft „Juden in der AfD“ ist Südbaden ganz vorne mit dabei. Wolfgang Fuhl aus Lörrach ist zum 1. Stellvertreter der Vorsitzenden Vera Kosova aus Stuttgart gewählt worden. Er war die Hauptperson bei der anschließenden Pressekonferenz. Vier Jahre hat er dem Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland angehört. Von diesem Zentralrat und anderen jüdischen Organisationen gab es bekanntlich viel Kritik an der Gründung der neuen AfD-Gruppe. Wie idea berichtete, meinte Fuhl  dazu : „Das ist eine Art freiwilliger Unterwerfung“; denn die jüdischen Gemeinden hingen finanziell vom Staat ab und äußerten sich entsprechend. Fuhl bedauerte, dass sich auf einem AfD-Programmparteitag die Mehrheit gegen das Schächten ausgesprochen habe. In Deutschland befürworteten 70 % der Bürger ein Schächtverbot. Kritik übte er auch an der Vogelschiss-Bemerkung Gaulands.  – Die Kritik ist berechtigt, denn diese Bemerkung lud geradezu zu der Interpretation ein, die Judenverfolgung sei eine Belanglosigkeit gewesen. – Als wichtig und positiv am AfD-Programm hob Fuhl  auf der Pressekonferenz die Ablehnung  der derzeitigen Einwanderungspolitik und der Genderideologie hervor, sowie das klare Eintreten für Ehe und Familie.

Die Vorsitzende Vera Kosova zählt zu den „Kontingentflüchtlingen“. Sie kam 15-jährig aus Usbekistan nach Deutschland. Das Zuzugsrecht für Juden aus der UdSSR hatte früher einmal Bundeskanzler Helmut Kohl vereinbart. Infolge dessen stammen heute sehr viele Juden in Deutschland aus der ehemaligen Sowjetunion, oder sie stammen von solchen Einwanderern ab. Das gilt auch für die Juden aus dem Freiburger Raum. Wie die Badische Zeitung vor einiger Zeit berichtet hatte, schätzte die Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde in Freiburg, Irena Katz, dass 20 oder 25 % ihrer Mitglieder AfD-Sympathisanten seien. (Foto: Synagogeneingang in Freiburg)