/Mordfall in Freiburg: Behinderung bei der Täterermittlung

Mordfall in Freiburg: Behinderung bei der Täterermittlung

pi-dreisamDie beiden Fälle vergewaltigter und ermordeter junger Frauen in unserer Gegend – in Freiburg an der Dreisam und in Endingen – beschäftigt Bevölkerung und Medien weiterhin. Eine große Anzahl Personen ist zur Täterermittlung eingeschaltet, bisher (zumindest bis Ende November) ohne Erfolg. Zum Fall an der Dreisam liegt allerdings eine DNA(=DNS)-Spur vor. Wie in der Presse zu lesen war, wurden dann Fahnder von einem Spürhund in einen Universitätsvorlesungssaal geführt. Dort gaben die meisten der anwesenden Studenten freiwillig eine Speichelprobe für einen DNA-Abgleich. Das Ergebnis war negativ, ebenso der Abgleich mit der riesigen gespeicherten DNA-Analysen-Datei des Bundeskriminalamtes.

(Von Peter Bulke)

In diesem Zusammenhang ist es für viele Bürger unfassbar zu erfahren, dass nach § 81e StPO (Strafprozessordnung) DNA-Proben nicht zur Feststellung äußerer körperlicher Merkmale verwendet werden dürfen. Die überregionale Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF) erkundigte sich deshalb beim Bundesjustizministerium. Die dortige Sprecherin bestätigte der Zeitung: „Der Paragraph 81e StPO verbietet die Bestimmung nach Größe, Haaren, Augenfarbe und Ethnie … grundsätzlich sieht das Gesetz keine Ausnahmen vor.“ (JF Nr. 48/2016).  Als Begründung gelten Befürchtungen vor übermäßigen, den Kern der Persönlichkeit berührenden Eingriffen. In unserem Nachbarland Niederlande dagegen dürfen  DNA-Proben zur Feststellung äußerer körperlicher Merkmale verwendet werden. Bei uns  behindert der Staat die eigenen Ermittler.  Mit der Kenntnis gut erkennbarer äußerer Merkmale ließe sich der Personenkreis, dem der mutmaßliche Täter angehört, erheblich einschränken.  Die wahllose massenhafte Sammlung von DNA-Proben,  z.B. bei Versammlungen, wäre dann in der Regel unnötig.

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