/Nachtrag zum Bundestagswahlkampf

Nachtrag zum Bundestagswahlkampf

(Peter Bulke)  Eine beispielhafte Idee, dem Informationsbedürfnis der Bürger entgegenzukommen, hatte die Badische Zeitung mit ihrer Veranstaltung am 09.09. auf ihrem Verlagsgelände. Hier konnte man sich bei allen 6 wichtigen Parteien informieren. Jede von ihnen war mit einem Informationsstand vertreten. Hinzu kamen weitere, nicht parteigebundene Angebote, z.B. der Landesanstalt für Politische Bildung, die in Freiburg über eine Geschäftsstelle verfügt. Horden „antifaschistischer“ Fanatiker hatten aufgrund der Polizeikontrolle am Eingang keine Chance einzudringen, so dass die ganztätige Veranstaltung ohne größere Störungen vor sich ging.

Das Wichtigste war natürlich der Auftritt der Parteigrößen, die sich jeweils für eine Stunde den Fragen zweier Interviewpartner zu stellen hatten. Für die AfD trat die Spitzenkandidatin Alice Weidel auf. Sie wurde von den BZ-Redakteuren Thomas Fricker (Chefredakteur) und Thomas Steiner befragt. Sie zeigte hier, dass sie einen tiefen Einblick in das Finanz- und Wirtschaftsgeschehen hat. Sie argumentierte sachlich und emotionslos. Sie relativierte die Behauptung, dass Deutschland im Hinblick auf die hohen Exportüberschüsse beim Handel innerhalb der EU besonders profitiere. Diese Problematik (Stichwort: Target 2) hatte vor einiger Zeit auch der Wirtschaftsfachmann Prof. Gerken in einem BZ-Gastkommentar behandelt und soll hier nicht weiter vertieft werden. Auch beim Thema „Flüchtlinge“ argumentierte Frau Weidel rein sachlich. Sie berief sich auf das Urteil des ehemaligen Richters am Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio, dass die Flüchtlingspoltik der letzten Zeit widerrechtlich sei. Ihre Gesprächspartner wiesen darauf hin, dass allerdings andere Juristen die Vorgehensweise Merkels als zumindest „legitim“ beurteilen. Weniger überzeugend war Frau Weidel beim Thema Erneuerbare Energien/Kfz-Abgase. Den Einfluss des Feinstaubs und der Stickoxide auf die menschliche Gesundheit versuchte sie herunterzuspielen, zumal die Wirkung der Stickoxide noch nicht ausreichend erforscht sei.

Damit Interviews dieser Art lebthaft und spannend wirken, gehören dazu nun einmal kritische und auch provokante Fragen. Spätere Beschwerden von Weidel-Anhängern (siehe BZ vom 16.09.) waren deshalb unpassend.      (info@pi-freiburg.de)