Siegesdenkmal: FDP-Stadtrat für Schmieraktion?

Peter Bulke/  Es ist sinnvoll und eigentlich fast selbstverständlich, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, Plätze und manchmal auch Straßen gegebenenfalls nach dort vorhandenen bedeutsamen Objekten zu benennen. Dazu gehören nicht nur Hinweise auf öffentliche Einrichtungen wie die Haltestelle „Rathaus im Stühlinger“ oder die Friedhofstraße. Auch andere auffällige oder historisch interessante Bauwerke oder auch nur historische Erinnerungen laden dazu ein, als Namensgeber zu dienen. So gibt es in Freiburg z. B. den Platz der Alten Synagoge, den Augustinerplatz (zur Erinnerung an ein ehemaliges Augustinerkloster) oder die Haltestelle Am Bertholdsbrunnen.

Nachdem das Siegesdenkmal seinen neuen Standort wieder an historischer Stelle gefunden hat und das Umfeld durch straßenbauliche Maßnahmen verändert wird, geht es um die Frage, welchen Namen  der neu gestaltete Platz bekommen soll. Für einen normal denkenden Menschen ist es schon merkwürdig, dass es dazu überhaupt große Diskussionen gibt, da sich ein Name wie selbstverständlich anbietet: „Platz des Siegesdenkmals“ o. ä. Folgende Gesichtspunkte sprechen dafür: Es handelt sich um ein Denkmal, das den staatlichen Schutz genießt, da es kulturell und historisch von Bedeutung ist. Außerdem ist es ein weithin sichtbarer optischer Schwerpunkt auf der Kaiser-Joseph-Straße. Die Diskussion über den Namen des neu gestalteten Platzes wurde vor allem von Personen und Gruppierungen angestoßen, denen die Wiederaufstellung des Denkmals an der jetzigen Stelle sehr missfällt. Das sind naturgemäß links und pazifistisch orientierte Kräfte. Am 03. 02. versammelten sich etliche von ihnen, um für den Namen Friedensplatz oder Jean-Jaures-Platz (nach einem französischen, pazifistischen Philosophen) zu demonstrieren (siehe Foto), wobei mehrere Redner auftraten. Auch FDP-Stadtrat von Gayling gehörte dazu. Er bedauerte den zentralen Standort des „martialischen“ Denkmals. Er hätte es lieber irgendwo am Stadtrand gesehen. Aber „jetzt haben wir den Salat“, meinte er. Er wünscht deshalb besondere, auch spielerische Aktionen am Denkmal und erinnerte dabei an die frühere Reichstagsverhüllung durch ein Künstlerpaar. Unverantwortlich war in diesem Zusammenhang allerdings sein Hinweis auf das Pferdchen-Standbild an der Günterstal/Schauinslandstraße, das bekanntlich vor einiger Zeit mehrmals von Unbekannten übermalt wurde. Das klang fast wie ein Vorschlag zum Nachahmen!       info@pi-freiburg.de

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