/Zerplatzte Träume – Zero Deal, ein afrikanischer Film

Zerplatzte Träume – Zero Deal, ein afrikanischer Film

In Freiburg-Rieselfeld wurde am 24. 09. die Deutschland-Premiere eines nigerianischen Films gefeiert. Die Ortswahl war nicht zufällig; denn der Film spielt nicht nur in Nigeria, sondern auch in Freiburg. Und hier lebt seit ca. 12 Jahren der Hauptdarsteller. Zur Filmpremiere erschienen schätzungsweise 100 Personen, davon etwa 90 % Afrikaner, viele dem Anlass entsprechend festlich gekleidet; denn es waren  etliche Filmbeteiligte darunter.

Die Handlung des Films soll hier nicht im Einzelnen dargestellt werden. Sie beruht zum großen Teil auf Erfahrungen des Hauptdarstellers. Als Angehöriger eines Volkes im südlichen Nigeria verließ er Heimat, Familie und Freundin, um nach Deutschland aufzubrechen. In einem Freiburger Nachtclub sehnt sich eine junge deutsche Frau nach der „süßen Schokolade“ des neu anwesenden Dunkelhäutigen. Als Ergebnis fährt sie später an der Dreisam ein Mulattenkind spazieren. Der Hauptdarsteller erfährt zu seinem Schrecken, dass auch seine Partnerin in der Heimat zwischenzeitlich eine neue Beziehung eingegangen ist. Seine Fußballkarriere scheitert wegen einer Knieverletzung.

(Von Peter Bulke)

Im Film wird überwiegend englisch gesprochen,  zu Beginn in der Heimatsprache mit englischem Untertitel  und in den Freiburger Szenen stellenweise deutsch. Der Hauptdarsteller ist Christ.  Es gibt mehrere Gebetsszenen in der Heimat. (Der Vielvölkerstaat Nigeria ist aber zu über 50 % muslimisch, insbesondere im Norden.)

Der Film will in Deutschland Verständnis für die Probleme der Ankömmlinge wecken und gleichzeitig überzogene Erwartungen der Ausreisewilligen zerstören. Er zeigt auch die Wirkung der Kommunikations- und Informationstechnik. Durch sie werden viele unternehmungslustige junge Männer in Afrika dazu verleitet, nach Europa aufzubrechen.

Dieses Problem wird wohl künftig extreme Ausmaße einnehmen. Es sei denn, Europa rafft sich doch noch zum Überlebenswillen auf und schützt seine Grenzen. Denn das Bevölkerungswachstum in Afrika geht weiter. Im Jahre 1960 hatte Nigeria ca. 35 Mill. Einwohner. Heute sind es über 180 Mill. Der Überschuss an jungen Menschen und damit an unternehmungslustigen jungen Männern wird ständig größer.

 

TAGS: