/Auf den könnten wir gut verzichten!

Auf den könnten wir gut verzichten!

Peter Bulke/  „Deniz Yücel ist frei – das ist eine wunderbare Nachricht.“ So beginnt der Chefredakteur der Badischen Zeitung, Thomas Fricker, am 17. 02. auf Seite 1 einen Kommentar. Dieser steht gleich neben der Hauptüberschrift des Tages: „Journalist Yücel ist frei“ (siehe obiges Foto). Dazu sind in der gleichen Ausgabe noch zwei große Fotos von dem Betroffenen zu sehen. Natürlich ist es zu begrüßen, wenn ein offensichtlich widerrechtlich Eingesperrter aus der Haft entlassen wird. Aber es ist doch auffällig, welche ungewöhnlich große Begeisterung die Freilassung des Türken (mit deutschem Pass) in zahlreichen Medien – nicht nur in unserer BZ – ausgelöst hat.

Verdient hat Yücel solche Willkommensgrüße allerdings nicht. Zwar ist er mit dem hohen deutschen Theodor-Wolff-Sonderpreis für Journalisten ausgezeichnet worden, aber als Thilo Sarrazin einen Schlaganfall bekommen hatte, meinte Yücel in der „Tageszeitung“ (taz): „Der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten.“ Die taz musste dafür 20.000 € an Sarrazin als Entschädigung zahlen.

2011 schrieb Yücel in der taz: „Endlich! Super! Wunderbar! Was im vergangenen Jahr noch als Gerücht die Runde machte, ist nun wissenschaftlich erwiesen: Deutschland schafft sich ab. Nur noch 16,5 % der 81 Mill. Deutschen, so hat das Statistische Bundesamt ermittelt, sind unter 18 Jahre alt; nirgends in Europa ist der Anteil der Minderjährigen derart niedrig. … Der baldige Abgang der Deutschen….ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.“  Auch für eine andere linksradikale Zeitung – Jungle World – hat Yücel zeitweise gearbeitet, bevor er zur „Welt“ kam.