Kirchen und AfD

Peter Bulke/    Führende Vertreter der evangelischen Kirche haben eine gewisse Scheu, vorurteilsfrei mit der AfD umzugehen. Kurz vor der Bundestagswahl hatte die Evangelische Landeskirche in die Evangelische Hochschule in Freiburg-Weingarten die Vertreter von SPD, Grünen, CDU, FDP und der Partei Die Linke eingeladen, als wenn es die AfD nicht gäbe. Überraschend ist das nicht. Auch die großen Kirchen werden von den politischen Tendenzen der großen Politik und der Medien beeinflusst. Dies wird von nicht wenigen überzeugten Christen kritisiert. Sie beanstanden, dass sich die Kirche zu sehr mit politischen Themen befasst. Natürlich ist es richtig, dass sie Maßnahmen zum Klimaschutz unterstützt; denn hierbei geht es um den sorgfältigen Umgang mit der Schöpfung. Bedenklich ist es aber, wenn sich die evangelische Kirche einseitig der linksliberalen Ideologie annähert oder sie gar weitgehend übernimmt. Beispiele der Badischen Landeskirche sind: die Synodale Erklärung zur Begegnung von Christen und Muslimen, Trauung gleichgeschlechtlicher Paare, Übernahme der Gender-Schreibweise. Es besteht eine weitverbreitete Distanz zu konservativ-patriotischen Gruppierungen.

Im Jahr 2017 gab es in Köln eine große Kundgebung gegen die AfD, als dort ein AfD-Parteitag stattfand. Mehrere Religionsgemeinschaften hatten zu der Kundgebung aufgerufen, zu der 12.000 Teilnehmer kamen. Auf der Bühne entrollten führende Kirchenvertreter ein Banner mit dem Schriftzug  Unser Kreuz hat keine Haken. Die politische Diskussion wurde damals noch von der vorausgegangenen massenhaften „Flüchtlings“-Zuwanderung beherrscht.

Im Juli dieses Jahres hatte in Reutlingen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) die Wahlkreiskandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien außer der AfD eingeladen. Daraufhin hatte die AfD eine gute Idee. Sie führte kurze Zeit später im benachbarten Münsingen eine öffentliche Veranstaltung durch, auf der neben dem AfD-Kandidaten auch der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz (Göppingen), auftraten. Dorthin ging auch ein Mitglied des Vorstandes der ACK Reutlingen als Zuhörer. Der christlichen Wochenzeitschrift IDEA äußerte er danach, dass ein Dialog oder eine Diskussion mit Respekt möglich erschien.“ (IDEA, 36/2021).  Damit wurde indirekt zugestanden, dass die AfD zuvor mit starken Vorurteilen betrachtet worden war.  –  Schaut man sich das Wahlprogramm der AfD-Direktkandidatin für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim, Martina Kempf aus Breisach, an, dann stellt sich dort eine vorbildliche Christin vor.

 

 

Vor 80 Jahren: Deportationen in der Sowjetunion

Peter Bulke/    In Lahr war für die Zeit vom 5. bis zum 12. 9. eine Ausstellung, beginnend mit einer großen Gedenkveranstaltung, geplant. Das wurde aber coronabedingt abgesagt. Es sollte um ein Thema gehen, das in unseren Massenmedien wenig beachtet wird. Auch die Badische Zeitung hat am 28. 08. den 80. Jahrestag offensichtlich nicht für wichtig genug gehalten. Überraschend ist das nicht; denn es geht dabei nicht um Verbrechen von Deutschen, sondern um Verbrechen an Deutschen.

Am 28. 08. 1941 gab das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR einen Erlass heraus mit der Überschrift: Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen. Obiges Foto zeigt das Wappen der „Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) der Wolga-Deutschen“ (1924 – 1941). Deutsche hatten sich dort nach 1760 angesiedelt. Sie waren der Einladung  der russischen Zarin Katharina II. gefolgt. Die Siedler waren hauptsächlich Bauern. 1992 trafen sich in Freiburg Historiker zu einer Konferenz über die Deutschen an der Wolga. Ihr Fazit war, wie es in der Badischen Zeitung am 22. 10. 1992 hieß: Eigenständig waren sie nie. Die Deutschen stellten zwar in dem Gebiet 66 % der Bevölkerung, aber nur knapp ein Drittel der kommunistischen Funktionäre. Das Gebiet war zweisprachig. Es gab deutschsprachige Schulen und andere Ausbildungsstätten. Das Gebiet mit einer Fläche von 20.000 qkm hatte 0,5 Mill. deutsche Einwohner. Diese Zahl ging infolge der Kollektivierung der Landwirtschaft, verbunden mit einer gewaltigen Hungersnot mit unzähligen Toten, stark zurück. 1941 waren es noch 0,4 Mill. Das war ein knappes Drittel aller Deutschen in der damaligen Sowjetunion. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der „Übersiedlungs“beschluss schließlich für alle deutschen Siedlungsgebiete im europäischen Russland galt. Ziele waren Sibirien und Kasachstan. Bis Ende 1941 sind 900.000 Deutsche aus ihren Siedlungsgebieten deportiert worden.

Der Transport erfolgte in überfüllten Güterwaggons. Bis zur Erreichung des Zielortes vergingen manchmal etliche Wochen. Eine Frau aus Kehl, die als Kind dabei war, berichtete, dass aus „ihrem“ Waggon ein gestorbenes Kind aus einer Luke geworfen werden musste. Gelegentliche Fahrtunterbrechungen boten die Gelegenheit, evtl. Trinkwasser zu finden und im Freien statt in der Enge die Notdurft zu verrichten. Die damals 13-jährige Anna S., die jetzt in Offenburg wohnt, wurde mit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrem 10-jährigen Bruder zusammen mit den anderen Dorfbewohnern vom Nordkaukasus nach Kasachstan deportiert. Als Hauptproblem während des langen Transports erwähnte sie später den Trinkwassermangel. Die Großmutter überlebte die Fahrt nicht. Der Bruder starb gleich nach der Ankunft in Kasachstan. Bald verlor sie auch ihre Mutter, die in ein Arbeitslager im Ural gebracht wurde, wo sie 1944 tödlich verunglückte. Ihren Vater, der zunächst Lehrer an der deutschen Schule war, sah Anna nach 10 Jahren erstmals 1947 wieder. Er war 1937 nachts aus der Wohnung geholt und zu 10 Jahren Zwangsarbeit im Norden Russland verurteilt worden. In der gleichen Nacht, im gleichen Dorf wurde auch der Vater von Annas späterem Ehemann abgeholt und zum Tode verurteilt.

Vor über 10 Jahren: „Siegen in Afghanistan?“

Peter Bulke/    Unter der obigen Überschrift hielt der bekannte, inzwischen gestorbene Journalist Peter Scholl-Latour im Jahre 2009 einen Vortrag, der auch auf  Youtube aufgerufen werden kann. Die Antwort auf die als Frage formulierte Überschrift war für ihn klar. Sie lautete eindeutig: „Nein!“ Scholl-Latour zählte zu den deutschen Journalisten mit den gründlichsten Auslandserfahrungen. Außerdem war er als Schriftsteller tätig. Geboren wurde er 1924. Und schon 1945 zog es ihn mit der französischen Armee nach Indochina. Später als Journalist widmete er sich weiterhin insbesondere außereuropäischen Ländern, wobei es zu vielen intensiven Kontakten mit muslimischen Gesellschaften kam.

Zu seinen Aussagen: Die USA haben die Taliban gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans mit aufgebaut. Drei Jahre war die von der Sowjetunion eingesetzte Regierung an der Macht. Dann wurde der Diktator umgebracht. Die Taliban hatten das Land zunächst im Griff. Auch der Anbau von Mohn zur Gewinnung von Opium war gering. Erst unter der vom Westen eingesetzten Regierung wurde Afghanistan zum Hauptanbaugebiet für Rauschgiftpflanzen. Der Krieg der Westmächte wurde gegen den „Internationalen Terrorismus“ geführt. Aber von Afghanistan war kein solcher Terrorismus ausgegangen, sondern der Angriff vom 11. 09. 2001 auf New-York war das Werk von Leuten aus Saudi-Arabien. Die Mehrzahl der Afghanen will weder westlich noch östlich sein. Sie will keine „ungläubige“, nichtislamische Macht im Lande haben. Die Vorstellung des Westens, durch längere Präsenz in Afghanistan dort die Demokratie heimisch zu machen, war Illusion. Ein solcher Wunsch muss im Land selber aufkommen. Obwohl Mädchen-Schulen eingerichtet wurden, sei deshalb keine Symphatie für den Westen entstanden. Merkwürdig  sei es, dass weder aus den USA noch aus Deutschland Militärfachleute sich in Russland über die Erfahrungen bei  der Kriegsführung erkundigt hatten. Die Erfahrungen hätte man in dem extrem schwierigen Gelände berücksichtigen können. Die deutschen Soldaten leben in Afghanistan hauptsächlich in einer Art Festung, aus der sie selten herauskommen und wenn, dann in gepanzerten Fahrzeugen. Es gibt keine echte Kontrolle über das Land, schon garnicht in der Nacht.

Inzwischen – über 10 Jahre später – ist die Verbreitung der modernen Kommunikationstechnik weltweit weiter fortgeschritten. Der Wunsch, in den Westen, insbesondere nach Deutschland, zu gelangen, ist stärker geworden; denn die Verlockung, dort zu relativem Wohlstand kommen zu können, ist groß. In der Ausgabe Nr. 35/2021 DER SPIEGEL (obiges Foto) wird von einem Kenner geschätzt, dass die vom Westen unterstützte Regierung von etwa 15 bis maximal 20 % der Bevölkerung befürwortet wurde. Der entsprechende Symphatiewert für die Taliban wird auf bis zu 15 % geschätzt. Die Taliban sind nicht zu beneiden. Sie stehen vor riesigen Problemen: interne Auseinandersetzungen, vor allem mit dem „Islamischen Staat“ (IS), ethnische Auseinandersetzungen (die Afghanen bilden keine einheitliche Nation) und die diesjährige Dürre mit der Folge der Nahrungsmittelknappheit.

Zuviel Verständnis für Radaubrüder

Peter Bulke/   In der Badischen Zeitung vom 16. 08., im Teil „Freiburger Zeitung“, spricht der Kommentator Peter Disch unter der Überschrift Freiburger Lebenslügen ein Dauerproblem an: Es gibt Konflikte, die lassen sich  nicht lösen. Dazu zählt die Frage, wem die Freiburger Nacht gehört. . . . Zum Selbstbild einer liberalen Stadt passt nichts, was den Anschein von Ordnungspolitik hat. Probleme sollen durch Appelle gelöst werden. Der sprichwörtliche Freiburger Weg führt beim Thema Lärmbelästigung aber in eine Sackgasse.  Hiermit ist exakt ein Freiburger Problem dargestellt. Anlass war nächtliches Gejohle und lärmende „Musik“ auf dem Seeparkgelände. Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde forderte von der Stadt, etwas dagegen zu unternehmen. Diese versucht, zwischen den Interessen der Feiernden und den Anwohnern eine „Balance“ zu schaffen. Bekanntlich ist der Seepark nicht der einzige Platz, wo immer wieder unerträglicher Radau Anwohner um den Schlaf bringt. Besonders schlimm muss  es in der Nacht vom 19. zum 20. Juni auf dem Platz der Alten Synagoge und auf dem Lederleplatz zugegangen sein. Flaschen wurden auf Polzisten geworfen.

2018 hat das Verwaltungsgericht die Stadt Freiburg aufgefordert, für eine akzeptable nächtliche Ruhe für die leidgeprüften Anwohner zu sorgen. Problemort war der Augustinerplatz. Am 20. 12. 2019 konnte die BZ berichten: Ruhe auf dem Augustinerplatz.  Das war zwar übertrieben, aber die Störungen waren im Sommer 2019 zurückgegangen. Der Vollzugsdienst (VD) und die Unterbindung des illegalen Alkoholverkaufs hatten sich ausgewirkt.  Inzwischen wurde der VD zu einem zahnlosen Tiger heruntergewitschaftet, wie es die Freien Wähler ausgedrückt haben.

2019 wurde auch der kleine Lederleplatz im Stühlinger zur Lärmkulisse, weil der Getränkeverkauf beim „Bis Späti“ (Foto) eingerichtet war – zum Leidwesen der meisten Anwohner und zur Freude des Jupi-Stadtrats Sergio Schmidt. Im Juni 2021 wurde der Verkauf (selbst an Wochentagen bis 2 Uhr) endlich beendet. Aber das Lärmproblem für die Stadt insgesamt ist damit nicht gelöst. Sinnvoll wäre es, nicht auch noch durch extra häufigen Straßenbahn- und Busverkehr in den Sommernächten auf Samstag und Sonntag potentielle Nachtschwärmer anzulocken. Gut erscheint der Vorschlag der „Freiburger Initiative gegen Lärm und Zwangsbeschallung“ (Filz), ab bestimmter Lautstärke Bußgelder zu verhängen. Dazu wäre natürlich zusätzliches Kontrollpersonal nötig. Doch so etwas scheitert an der linken Ratsmehrheit.

Gendersternchen in der Schule?

Peter Bulke/    Das Kultusministerium in Baden-Württemberg ist nach der diesjährigen Landtagswahl in die Hände der Grünen geraten. Die jetzt zuständige Ministerin Theresa Schopper hat bald nach ihrem Amtsantritt einen Streit losgetreten. Es geht um die in den letzten Jahren künstlich hochgespielte, aber keineswegs als harmlos anzusehende  Genderideologie in der Schule. Um das Einspruchsrecht des Koalitionspartners CDU zu umgehen, will Frau Schopper es den Schulen überlassen, ob Genderzeichen im Unterricht verwendet werden. Sie verwies darauf, dass Geschlechtergerechtigkeit im Bildungsplan verankert sei. Letzteres ist heutzutage etwas Selbstverständliches, das aber nicht mit der Genderei in Verbindung stehen muss.

Bei der anschließenden Diskussion in den letzten Wochen  ging es um die Schreibweise. Bei Einführung eines Sternchens würde aber normalerweise im Schulunterricht auch erklärt werden, was sich die  Genderideologen darunter vorstellen: Missachtung der genetischen Ausstattung, Geschlechtervielfalt, Selbstbestimmung über das eigene Geschlecht. Es kann als sicher gelten, dass die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unter der linken Landesvorsitzenden Monika Stein den Entschluss der Ministerin unterstützt.  Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat sich erfreulicherweise ablehnend geäußert, ebenso der Philologenverband  Baden-Württemberg. Dieser sollte sich sowieso seinem Namen verpflichtet fühlen, der auf das Altgriechische zurückgeht: philos = liebend, logos = Wort, Sprache. Wer seine Sprache liebt, wird sie nicht verunstalten.

Kritik von Parteivertretern an dem Entschluss der Kultusministerin kam nicht nur vom Koalitionspartner CDU, sondern auch vom FDP-Fraktionsvorsitzenden  Hans Ulrich Rülke, selbst einst Gymnasiallehrer für Deutsch: „Es gibt keine schlimmere Sprachverhunzung als diese unsäglichen Gender-Sternchen.“ (BZ, 19.06.)  Beim diesjährigen CSD in Freiburg hatte sich die FDP allerdings zusammen mit einigen Linksparteien beteiligt und damit einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Der AfD-Abgeordnete Rainer Balzer wies darauf hin, dass das gesprochene und das geschriebene Deutsch gegenseitig umsetzbar sein müssen. (BZ, 31.07.)

Das obige Bild stammt von der Aktion „Kinder in Gefahr“ der Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK e.V.), Frankfurt/Main.

 

Demokratie mangelhaft

Peter Bulke/    Die Badische Zeitung (B Z) berichtete am 24. 07. über die Wahl eines stellvertretenden Mitglieds beim Verfassungsgerichtshof in Baden-Württemberg. Das Vorschlagsrecht hatte gemäß ihrer Stärke im Landtag die AfD. Drei Wahlgänge waren nötig, um den Posten mit Matthias Gärtner (AfD) zu besetzen. 37 Abgeordnete stimmten für ihn, 32 gegen ihn und 77 enthielten sich. Die AfD-Fraktion hat 17 Mitglieder. Deshalb gab es viel Kritik und viele Diskussionen. SPD-Fraktionschef Andreas Stoch sprach von einem „schwarzen Tag des Landtags“. CDU und FDP stehen in Verdacht, dass einige ihrer Abgeordneten für Gärtner gestimmt haben, und einige Grüne, dass sie sich vielleicht der Stimme enthalten haben. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andreas Schwarz, will ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD  und FDP. Wir wollen wissen, woher die Ja-Sager kommen und darüber reden, wie die demokratischen Parteien künftig gemeinsam gegen Feinde der Demokratie vorgehen.“ –  Man sieht: Wer extra betont, demokratisch zu sein, ist nicht unbedingt ein guter Demokrat. Cem Özdemir meinte im Internet, bei AfD-Kandidaten stimme man immer mit Nein.

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Zum Christopher-Street-Day in Freiburg

Peter Bulke/    Am 17. 7. hatte der CSD in Freiburg wieder seinen Auftritt, dieses Mal stationär auf dem Stühlinger Kirchplatz. Zahlreiche Gruppierungen hatten ihre Werbestände aufgestellt. Von den politischen Parteien waren die GRÜNEN, SPD, FDP, Die Linke, DKP und DIE PARTEI vertreten.  Natürlich ging es vor allem um bindungslose, familienfeindliche sexuelle Freizügigkeit im Zusammenhang mit der Gender-Ideologie. Diese sieht gerne über die Tatsache hinweg, dass der Mensch aufgrund seiner genetischen Ausstattung normalerweise als  männliches oder weibliches Wesen geboren wird. Die Ideologie spricht  dagegen von etlichen Geschlechtern, unter denen sich jeder Mensch das passende aussuchen können soll. Sogar der Wunsch einer Frau zur Umwandlung zu einem sog. „Transmann“ soll unterstützt werden! (Dass es individuelle Unterschiede bei Empfindungen, Neigungen und Gefühlen gibt, ist eine banale Selbstverständlichkeit.)
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„Die wirkliche Schande ist das Recht auf Abtreibung“

Peter Bulke/    Obige Überschrift entstammt einem Leserbrief aus Teningen, der am 5. 7. in der Badischen Zeitung erschien, und zwar im Hinblick auf die Äußerung der Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen, die das in Ungarn verabschiedete Anti-LBGTQ-Gesetz als Schande bezeichnet hatte (siehe unseren Text Vorbild Ungarn vom 3. 7.).                                                            Bei der „wirklichen Schande“ geht es um folgendes:                                                  Am 23. Juni hat das EU-Parlament über den Matic-Bericht abgestimmt und ihn mehrheitlich befürwortet. Matic ist ein kroatischer Sozialist, der mit seinem Bericht die Kompetenz der EU in Bezug auf Abtreibungen ausweiten und Druck auf die Mitgliedstaaten ausüben möchte. Entscheidungen über das Recht auf Abtreibungen liegen (noch) in der Kompetenz der Einzelstaaten. Das Abartige am Matic-Bericht liegt darin, dass das Recht auf Tötung Ungeborener als Teil des Rechts auf sexuelle und reproduktive Gesundheit bezeichnet wird.  Ein Grundrecht auf Gesundheit liegt durchaus  in der Kompetenz der EU. Der Matic-Bericht fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die der Tötung Ungeborener im Wege stehen könnten.

Die katholische deutsche Bischofskonferenz hatte den Matic-Bericht bereits zuvor kritisiert. Enttäuschend ist, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf Anfrage der Zeitschrift IDEA mitgeteilt hat, dass keine Äußerung zum Matic-Bericht geplant sei. Von den deutschen EU-Abgeordneten haben die Mitglieder der CDU/CSU (27) und der AfD (10) und ein Unabhängiger dagegen gestimmt. Diesen 38 Gegenstimmen stehen 51 Befürworter aus Deutschland gegenüber.

Obiges Foto zeigt das Werbesymbol einer der lobenswerten Initiativen, die für das Lebensrecht Ungeborener eintreten: Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V. in Frankfurt am  Main.  Erwähnenswert sind u. a. auch die Stiftung Ja zum Leben in 59872 Meschede und die Aktion Lebensrecht für Alle (ALFA) in Fulda.

 

 

Vorbild Ungarn

Peter Bulke/    Die Stadt Freiburg wollte natürlich mit dabei sein, wenn es um das Bekenntnis zur Gender-Ideologie geht. Deshalb wehte am Tag des Fußballspiels Deutschland gegen Ungarn am Rathaus die  Regenbogenfahne (Foto). Bekanntlich hatte die Europäische Fußballunion Uefa den Wunsch des Münchner Oberbürgermeisters Reiter (SPD) abgelehnt, die Fußballarena während des Spiels in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. Begründet worden war diese geplante Regenbogenaktion mit dem Anti-LBGTIQ-Gesetz, das mit großer Mehrheit im ungarischen Parlament verabschiedet worden ist. Dieser Parlamentsbeschluss führte zu zahlreichen Aufgeregtheiten in der Politik etlicher EU-Staaten, und Kommissionspräsidentin von der Leyen meinte sogar: Dieses ungarische Gesetz ist eine Schande“. In der Badischen Zeitung (BZ) vom 26. 06. hieß es: 17 Länder haben den scharfen öffentlichen Brief unterschrieben, in dem sie geloben, den Kampf gegen die Diskriminierung der LGBTI-Gemeinschaft fortzusetzen“. Bundestrainer Löw setzte sich ebenfalls für die  Regenbogenfarben ein. Die Entscheidung der Uefa ist trotzdem korrekt und vernünftig. Sie ist eine sportliche Organisation. Nach ihren eigenen Verhaltensgrundsätzen mischt sie sich nicht in außersportliche, politische Auseinandersetzungen ein.

Das in Ungarn beschlossene Gesetz verbietet aber keine bestimmte sexuelle Orientierung wie Homosexualität. Es dient dem Schutz der Kinder und Jugendlichen. Es beinhaltet zunächst höhere Strafen bei sexuellem Umgang mit Kindern und bei Gewalt gegen Kinder. Und dann verbietet es, dass Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, mit Inhalten in Kontakt gebracht werden, die pornographisch sind oder die Sexualität in freizügiger Weise darstellen oder die Homosexualität oder gar eine Geschlechtsumwandlung propagieren oder darstellen. Entsprechende Programme in den Medien müssen als ungeeignet für ein Publikum unter 18 Jahren eingestuft werden.

Welche Abartigkeiten dagegen ein Teil der deutschen Politiker vertritt, berichtet die christliche Wochenzeitschrift IDEA in Nr. 21/2021: GRÜNE und  FDP wollen das Transsexuellengesetz abschaffen. Es regelt, unter welchen Bedingungen man seinen personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag ändern lassen kann, wenn man sich nicht mit dem Geburtsgeschlecht identifizieren kann. Die derzeitigen Bedingungen sollen abgeschafft werden  (vor allem zwei voneinander unabhängige medizinische Gutachten)  bzw. vereinfacht werden. Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr sollen auch gegen den Willen der Eltern eine Hormonbehandlung und eine Operation für einen Geschlechtswechsel durchführen lassen können. – Die Bundestagsmehrheit dafür kam nicht zustande.

Zum 22. Juni 1941

Peter Bulke/    An den 80. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjet-Union wurde in den Medien, auch in der Badischen Zeitung, ausführlich erinnert. Am 09. 06. wurde  im Bundestag an dieses Ereignis gedacht. Die Debatte nutzte der AfD-Abgeordnete Tino Chrupalla, die Bundesregierung zu ermahnen, den heutigen Tiefpunkt der Beziehungen zu Russland zu überwinden: Diese Bundesregierung, Herr Maas, muss sich fragen: Warum befindet sich unser Verhältnis zu Russland  auf einem Tiefpunkt? Jetzt werden wir nur durch kontinuierlichen Dialog, offene und verbindliche Gespräche weiterkommen, nicht aber durch Schuldzuweisungen und erhobene Zeigefinger. . . . Der Respekt vor nationalen Interessen, Kulturen und Mentalitäten  ist dabei der Garant für ein friedliches Europa.“ 

Interessant ist, was etwa zeitgleich mit den deutschen Angriffsvorbereitungen in der Sowjetunion vor sich ging. Der russische Historiker Viktor Suworow berichtet,  dass Stalin im Februar 1941 Marschall Georgi Schukow zu seinem Generalstabschef ernannte. Dieser bereitete dann einen Krieg gegen Deutschland vor. In den westlichen Grenzgebieten wurde eine millionenstarke Heeres- und Luftmacht konzentriert, um einen Erstschlag gegen Deutschland führen zu können. Suworows erstes Buch zu diesem Thema Der Eisbrecher erschien 1989. Ein späteres Werk hieß Stalins verhinderter Erstschlag. Danach durfte nach dem Schukow-Plan auf keinen Fall die militärische Initiative im unausweichlichen Krieg den Deutschen überlassen werden. Der Angriff der Roten Armee müsse den Feind unvorbereitet treffen. – Am 14. 05. 2021 berichtete der Historiker Stefan Scheil in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT, dass Marschall Schukow am 15. 05. 1941 Stalin vor der Gefahr warnte, dass Deutschland „uns beim Aufmarsch zuvorkommt“. Das deutsche Heer sollte angegriffen werden, wenn es sich noch im Aufmarschstadium befindet und noch keine Front aufbauen kann. Wie Scheil schreibt, liege der Schukow-Plan vollständig urschriftlich vor, eigenhändig unterschrieben von Marschall Timoschenko, Volkskommissar für Verteidigung, und Marschall Schukow. Die Angriffsvorbereitungen wurden offiziell als Sommermanöver beschrieben.

Obiges Foto zeigt ein sowjetisches Plakat, das auf den gemeinsamen Kampf zusammen mit Großbritannien und den USA hinweist.