Bevölkerungsaustausch

Peter Bulke/    Es ist schon bemerkenswert, dass der Begriff Bevölkerungsaustausch ausgerechnet von solchen politischen Kräften gemieden wird, die den Bevölkerungsaustausch befürworten. Der Begriff beschreibt nichts anderes als die Tatsache, dass die ursprünglich deutsche  Bevölkerung durch ständige Einwanderung von Nichteuropäern allmählich ausgetauscht wird.

Schon Frau Merkel hat vor Jahren als Bundeskanzlerin den Begriff vermieden, als sie meinte, zum deutschen Volk gehörten solche Bürger, die schon länger hier leben, und solche, die später zugezogen sind. Klarer drückte sich z. B. der berühmte Joschka Fischer (Die Grünen) aus: Deutschland muss von außen eingehegt und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden“  (Die Welt, 7. 2. 2005). Gute CDU-Stimmen zu diesem Thema sind selten geworden. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer aus Wetzlar sagte im letzten Jahr gegenüber IDEA (Nr. 34/2021), die Politik der offenen Grenzen, wie sie Rot-Rot-Grün vertrete, führe dazu, die nationale Identität zu zerstören.

Nach Aussagen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hat in Deutschland fast jedes 2. Kind unter 10 Jahren einen Migrationshintergrund. Vor 25 Jahren waren es erst 25 %. Allerdings muss man ergänzend sagen, dass der Begriff „Migrationshintergrund“ sehr pauschal ist. Auch die über 3 Millionen Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, Rumänien u. a. und deren Kinder haben diesen Migrationshintergrund. In Deutschland lebten Ende 2021 72 Millionen deutsche Staatsbürger und 11 Mill. Ausländer. Allein im vergangenen Jahr hat die Zahl der Menschen mit deutschem Pass trotz der vielen Einbürgerungen um 226.000 abgenommen, während die Einwohner mit ausländischem Pass um 308.000 zugenommen haben (B.Z., 21. 06. 2022).  Bis zum Jahr 2030 werde die Einwohnerzahl von 83 auf 86 Mill. steigen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält eine Nettozuwanderung um jährlich 400.000 Menschen für nötig.

Der FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz weist auf das entscheidende Zukunftsproblem hin, das grundsätzlich auch für die meisten anderen europäischen Länder gilt: Österreich werde von illegal einreisenden Migranten überschwemmt. Die Ukraine-Flüchtlinge lässt er dabei unberücksichtigt. Frauen mit Migrationshintergrund hatten 2021 durchschnittlich 1,2 Töchter, Frauen ohne diesen Hintergrund nur 0,6.  In 31 Jahren würden die Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund die 50 %-Grenze erreichen.  (bevölkerungsaustausch.at). –  Papst Franziskus wurde in IDEA Nr. 3/2022 zitiert: Viele Paare haben keine Kinder, weil sie keine wollen . . . Aber sie haben 2 Hunde, 2 Katzen . . . Ja, Hunde und Katzen ersetzen Kinder.

Sehen sich bald zahlreiche europäische Völker als Minderheit im eigenen Land?    Anteil an der Weltbevölkerung in % 2020:  Europa 9,6   Afrika 17                                                                                                   2100:                   5,8                 39 !

(Obige Karikatur stammt aus der Berliner Morgenpost vom 5. 7. 2001)

Die AfD stellt sich vor

Peter Bulke/    Jeder der 4 abgebildeten Abgeordneten gehört einem Ausschuss des Bundestages an und berichtete aus seinem Fachgebiet. Eine weitere derartige Veranstaltung in Baden-Württemberg findet z. B. am  10. 12. in Dossenheim bei Heidelberg statt. Die auftretenden Abgeordneten sind nicht immer die gleichen.

 Dr. Dirk Spaniel gehört dem Auschuss „Klima und Energie“ an. Er meinte, die Bundesregierung habe das Ziel, das Autofahren möglichst unbezahlbar zu machen. Billige Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr seien nur durch hohe Subventionen möglich, für die schließlich alle Steuerzahler – auch die Autofahrer – aufkommen müssten. Spaniel lehnt auch den staatlichen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos ab. „Grüner Wasserstoff“ – vorgesehen für LKW und Busse – sei extrem teuer. Das Vorauspreschen Deutschlands beim Klimaschutz führe dazu, dass Unternehmen ins Ausland abwandern, wo sie günstiger produzieren können.

Dr. Malte Kaufmann (Heidelberg) vom Wirtschaftsausschuss: Auch er hob das Problem hervor, dass Betriebe in Länder abwandern, wo die Energie deutlich billiger ist. Kernkraftwerke sollten nicht abgeschaltet werden. Antirussische Sanktionen schadeten hauptsächlich Deutschland selbst. Russland könne sein Gas und Öl auch in andere Länder liefern. Ein Nordstream-2-Strang sei noch nicht zerstört und sollte deshalb genutzt werden. Die CO2-Steuer sollte abgeschafft werden.

Thomas Seitz (aus dem Ortenaukreis) vom Rechtsausschuss: Sein Vortrag hatte zwei Schwerpunkte: Neben der Wiederholung der Bundestagswahl in Berlin oder Teilen Berlins ging es um die Bestrafung der Klimaschutz-Aktivisten  „Letzte Generation“. Die rechtlichen Möglichkeiten zur Bestrafung dieser Chaoten, Extremisten, Klimaverbrecher seien zur Zeit begrenzt. Bei einer „Nötigung“ seien nur Geldstrafen vorgesehen. Beim Ankleben von Personen auf stark befahrenen Straßen sollte eine mögliche Gefährdung stärker beachtet werden, wenn z. B. ein Notarzt nicht rechtzeitig zu seinem Einsatzort fahren kann. Deshalb werde ein spezieller Strafbestand überlegt. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll dann in den Bundestag eingebracht werden.

Dr. Jan Nolte (aus Hessen) vom Verteidigungsausschuss: Er war 10 Jahre selbst bei der Bundeswehr. Er kritisierte, dass der 100-Milliarden-Betrag zu einseitig den USA zugute komme. Dadurch ergäben sich langjährige Abhängigkeiten. Deutsche Firmen würden zuwenig berücksichtigt. Die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr sei zur Zeit sehr unbefriedigend. Der Personalbestand liege bei 180.000. 20.000 Stellen seien unbesetzt. Deshalb wurden vor einiger Zeit die Einstellungsvoraussetzungen erleichtert. Und es sei ein späterer Pensionsbeginn geplant. Trotz dieser ungünstigen Situation gebe es internationale Einsätze. Solche Einsätze sollten seltene Ausnahmefälle sein, zumal wie beim Einsatz in Mali nicht viel erreicht werde. Propaganda für die „Vielfalt“ habe auch die Bundeswehr erreicht. Andererseits wurde die 2. KSK-Kompanie aufgelöst (Kommando Spezialkräfte); und bekannte Lieder wie das Westerwald-Lied sind nicht mehr im Liederbuch enthalten. Nolte ist für eine Art Wehrpflicht. Eingezogen werden sollten wie in Schweden nur die geeigneten Personen (ca. 30.000 p. a.).

Erweiterter Volksverhetzungsparagraph

Peter Bulke/    § 130 StGB wurde Ende Oktober in einem Schnellverfahren durch einen Abs. 5 erweitert. Grund ist ein von der EU-Kommission angestrengtes Vertragsverletzungsverfahren. Deutschland habe einen Beschluss von 2008 zur strafrechtlichen Bekämpfung bestimmter Formen und Ausdrucksweisen von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit nicht deutlich genug umgesetzt.

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Gender-Abartigkeiten

Peter Bulke/    Die folgenden Beispiele zeigen, zu welchen Auswüchsen die Genderideologie führen kann.

  • Das obige Foto aus der christlichen Zeitung IDEA vom 19. 10. zeigt eine vom Bundesfamilienministerium verantwortete Internetseite, die sich speziell an Jugendliche wendet. Im vorliegenden Fall geht es um solche Jugendliche, die das Gefühl haben, nicht zu wissen, ob sie sich männlich oder weiblich entwickeln sollten. Mit Hilfe eines Pubertätsblockers lässt sich die Entwicklung in die natürliche Richtung blockieren. Und deshalb hieß es dort:  So hast du mehr Zeit zum Nachdenken. Und du kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?  BILD hatte wohl zuerst darüber berichtet. Aufgrund von Kritik wurde der Text des Regenbogenportals etwas  abgemildert. Jetzt heißt es: Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt/deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten. – Natürlich wurde das erwähnte Medikament nicht für den angegebenen Zweck entwickelt, sondern für Problemfälle, in denen die Entwicklung zu früh einsetzt, so dass sie als krankhafte Erscheinung zu betrachten  ist. Das Regenbogenportal wurde 2019 unter der Ministerin Franziska Giffey (SPD) eingerichtet.
  • Am 28. 09. berichtete IDEA, dass der Berliner SPD-KV Tempelhof-Schöneberg fordert, dass Kinder schon ab dem 7. Lebensjahr ihren Geschlechtseintrag ändern lassen dürfen. Der vorgesehene Gesetzentwurf der Bundesregierung (Selbstbestimmungsgesetz) sieht vor, dass Jugendliche ab 14 Jahren eine Änderung des Geschlechtseintrags auch gegen den Willen der Eltern durchsetzen können, wenn ein Gericht zustimmt.
  • Am 7. 10. berichtete die JUNGE FREIHEIT, dass die erste schwul-lesbische Kindertagesstätte Deutschlands in Berlin eingerichtet werden soll. Der Geschäftsführer der geplanten Einrichtung wird zitiert: Die LSBTI-Lebensweise soll einfach etwas sichtbarer sein. . . . Ein Elternpaar hat sich gemeldet, dessen Sohn zu seinem Geburtstag gern ein Kleid und Haarspangen trägt. Im Vorstand des Kita-Vereins soll sich nach Informationen der BILD ein bekannter Pädophilie-Verfechter befinden, der in der Vergangenheit die Abschaffung der Strafbarkeit von sexuellen Handlungen an Kindern unter 14 Jahren gefordert habe. Mit dem konkreten Tagesgeschäft der geplanten Kita hat er aber offensichtlich nichts zu tun.

Friedensnobelpreis für Memorial

Peter Bulke/    Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial hat sich sehr um die Dokumentation sowjetischer Verbrechen verdient gemacht, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Die deutsche Minderheit in der Sowjetunion war in besonderem Maße betroffen. Durch Kontakte mit dem Freiburger Zwetajewa-Zentrum ist Memorial bisher nicht nur einmal in Südbaden aufgetreten.

In der Badischen Zeitung hieß es am 8. Oktober, dass Memorial zur Zeit gegen die Folgen der Auflösung ihrer Organisation kämpfe. Die international bekannte Organisation wurde 2021 auf Anweisung der Behörden aufgelöst, weil sie gegen Gesetze verstoßen haben soll. Das hängt offensichtlich damit zusammen, dass sie sich auch mit Menschenrechtsproblemen im heutigen Russland beschäftigt hat.

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Vor 100 Jahren: Faschistenmarsch auf Bozen

Peter Bulke/    Nur wenige Jahre, nachdem der Süden Tirols im Friedensvertrag nach dem 1. Weltkrieg vom Mutterland abgetrennt worden war, tobten sich dort italienische Faschisten aus. Dass die künftige italienische Regierungschefin Meloni die Rechte der deutschen Volksgruppe einschränken wird – dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Sie wird hoffentlich ein Gewinn für Europa.

Der Südtiroler Heimatbund möchte bei der ehemaligen Kaiser-Elisabeth-Schule in Bozen eine Gedenktafel anbringen. Das Bürgermeisteramt wurde wegen der Genehmigung angeschrieben. Es geht um ein Gedenken an ein Ereignis vom 1. Oktober 1922, als faschistische Schwarzhemden in großer Zahl in Bozen auftraten, die Elisabeth-Schule besetzten und die 700 Schüler und das Lehrpersonal nach Hause schickten. Am folgenden Tag wurde das Rathaus gestürmt und der Gemeinderat abgesetzt. Das geschah noch, bevor die Faschisten in Italien noch im gleichen Jahr mit dem Marsch auf Rom die Macht in Italien übernahmen. Bereits im Frühjahr 1921 hatte es den „Blutsonntag von Bozen“ gegeben. 420 aus Italien angereiste Schwarzhemden griffen einen festlichen Trachtenumzug an. Dabei wurden 50 Personen verletzt und der Lehrer Franz Innerhofer erschossen. Über 100 Jahre später, im September 2021, wurde in Innsbruck für ihn ein Denkmal eingeweiht zur Erinnerung an den ersten blutigen Übergriff seit der Angliederung Südtirols an Italien.

Mit dem Faschismus wird zur Zeit immer wieder die erfolgreiche Partei Fratelli d’Italia in Verbindung gebracht. Die 45-jährige Wahlsiegerin Giorgia Meloni hatte in ihrer Jugendzeit Kontakte zur damaligen Movimento Sociale Italiano, die allgemein als neofaschistisch galt. Melonis Partei werden zwar auch neofaschistische Wurzeln zugeschrieben; sie unterscheidet sich aber meilenweit von einer faschistischen Partei. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es in Italien keine so total überzogene Vergangenheitsbewältigung gegeben hat und weiterhin gibt wie in Deutschland. Und in jeder politischen Bewegung lassen sich auch gute Seiten finden. Das Leitmotiv der Frau Meloni im Wahlkampf lautete: Gott, Vaterland, Familie. Sie tritt für die Bewahrung der christlichen Identität ein, lehnt die fortwährende Invasion aus Afrika und dem Orient ab und setzt sich für eine staatliche Unterstützung Schwangerer als Gegenmaßnahme gegen die Tötung Ungeborener ein. Es ist zu hoffen, dass es zu einer guten Zusammenarbeit mit Orban in Ungarn kommen wird.

Wird die künftige italienische Regierung stärker als die derzeitige Politik die Identität Südtirols gefährden?  Hinweise darauf sind zumindest nicht bekannt. Gefahr droht von ganz anderer Seite. Die Partei SÜDTIROLER FREIHEIT warnte vor einer Forderung der GRÜNEN. Diese haben sich 2019 für gemischtsprachige Schulen ausgesprochen. Aber der muttersprachliche Unterricht ist ein wichtiger Grundpfeiler des Autonomiestatus zum Schutz der deutschsprachigen Bevölkerung. Italienisch als Fremdsprache wird in den deutschsprachigen Schulen sowieso unterrichtet.

Ein Fest für Soldaten und Zivilisten

Peter Bulke/    Die deutsch-französische Brigade feierte am 17. 09. mit der Stadt Müllheim ein Jubiläum: Vor 30 Jahren ist die Führung der zwei Jahre zuvor gegründeten Brigade nach Müllheim gezogen.

Zu der öffentlichen Eröffnungsfeier auf einem Platz im Stadtzentrum waren auch zahlreiche Soldaten angetreten, die anschließend, angeführt durch eine Musikkapelle der Bundeswehr, zurück zur Robert-Schumann-Kaserne marschierten. Die Wegstrecke war für den Autoverkehr gesperrt.

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Kaum Schutz für das ungeborene Leben

Peter Bulke/    Das Thema Abtreibung sorgt seit Monaten immer wieder für reichlich Diskussion. Sowohl im EU-Parlament als auch in Deutschland herrscht die linksliberale Ideologie der „Selbstbestimmung“ vor. Die Abschaffung des § 219a StG war ein Schritt zur Abschaffung des § 218 StG, obwohl das ungeborene Leben unter verfassungsmäßigem Schutz steht.

Bereits im vergangenem Jahr hat das EU-Parlament mit dem „Matic-Report“ ein Recht auf Abtreibung gefordert. Und am 7. 7. 2022 stimmte es dafür, das Recht auf Abtreibung in die Charta der Grundrechte aufzunehmen. 324 Abgeordnete stimmten dafür, nur 155 dagegen; 38 enthielten sich (IDEA). Die Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Susanne Wenzel, sprach von einem Bruch mit dem jüdisch-christlichen Erbe Europas. Die Aufnahme in die Grundrechte-Charta würde einen erheblichen Druck auf die Gesetzgebung in einigen Mitgliedsstaaten ausüben. Bisher liegt das Recht bei diesem Thema allein bei den Nationalstaaten. Als starker Befürworter eines EU-weiten Rechts auf Abtreibung zeigt sich der französische Präsident Macron.

In Deutschland ging es in diesem Jahr um die Abschaffung des § 219a StG. Bundesjustizminister Buschmann meinte, dass Ärzte bisher nicht einmal sachlich über das eigene Angebot in Bezug auf Abtreibungen informieren durften. In einem FAZ-Kommentar vom 14. 05. 2022 wurde diese Behauptung allerdings als Amtliche Fake News bezeichnet. Weiter hieß es: Wer wie die Ampel-Koalition den Schwangerschaftsabbruch für ganz normal hält, wird nicht bei der Streichung des Werbeverbots stehen bleiben. Warum dann noch eine Beratungspflicht? – 1993 hat das Bundesverfassungsgericht festgestelllt, dass der Staat Abtreibungen nicht als rechtmäßig gelten lassen darf, auch wenn er das Recht hat, sie als straffrei gelten zu lassen. 1995 beschloss daraufhin der Bundestag die derzeitig geltende Beratungsregelung. In den letzten Jahren wurden über 95 % der jährlich registrierten ca. 100.000 Abtreibungen nach einer solchen Beratung vorgenommen, die restlichen aufgrund einer medizinischen Indikation. 2019 wurden nur 11 Personen wegen illegaler Abtreibnug verurteilt. Auch die nach einer Beratung vorgenommenen Abtreibungen sind rechtswidrig. Sie werden nur geduldet. Dies scheint der Bundesfamilienministerin Paus egal zu sein. Sie sagte vor einigen Monaten: Der Schwangerschaftsabbruch gehört nicht ins Strafrecht.

In Berlin findet seit Jahren der „Marsch für das Leben“ des „Bundesverbandes Lebensrecht“ e.V. statt. Das ist die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland (obiges Foto!). Im letzten Jahr, am 18. 09., wies dort der Vorsitzende der ev. Nachrichtenagentur IDEA auf das Problem hin, dass allein seit der (oben erwähnten) Regelung von 1995 in Deutschland 2,5 Mill. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fehlen.  In Freiburg war im April 2022 wieder die Pius-Bruderschaft aktiv. Hinzu kam am 27. 08. eine AfD-Veranstaltung (siehe unseren Text vom 4. 9.)  –  Natürlich wird es immer Abtreibungen unabhängig von der Gesetzeslage geben. Aber der Staat sollte sich in der Pflicht sehen, die Entscheidung junger Frauen zugunsten eines Kindes deutlich zu erleichtern. Und die Beratungspflicht sollte nicht zu einer lästigen Anwesenheitspflicht verkommen. Am 2. 7. 2022 lautete eine BZ-Überschrift: Abtreibung nach One-line-Beratung soll kommen.

 

Vor 35 Jahren: Tod nach 46 Jahren Haft

Peter Bulke/   Rudolf Heß musste 46 Jahre bis zu seinem Tod in Haft verbringen. Initiativen zugunsten einer Begnadigung waren erfolglos. Besonders bemerkenswert war sein „Friedensflug“ nach England 1941.

Der schwedische Forschungsreisende Sven Hedin schilderte Heß als ernst, verschlossen, sympathisch. Zu Beginn des 1. Weltkrieges meldete sich Heß mit 20 Jahren als Kriegsfreiwilliger. 1917 wurde er schwer verwundet. Hitler  lernte er 1920 kennen. Von 1933 bis 1941 war er Stellvertreter Hitlers und Minister ohne Geschäftsbereich. Dadurch hatte er formell eine hohe Position, aber praktisch wenig Einfluss auf politische Entscheidungen. Von Geheimnissen  umgeben ist sein Friedensflug nach England am 10. 05. 1941. 50 Jahre später, am 10. 06. 1991, berichtete der Südkurier (Konstanz) über Dokumente, nach denen Heß unter Vorspiegelung einer Friedensregelung nach England gelockt worden sei. Heß hatte bekanntlich mit dem englischen Herzog von Hamilton korrespondiert. Diese Korrespondenz hätten britische Geheimdienstler ohne Wissen dieses Adligen abgefangen. So wurde Heß nach seinem Absprung mit dem Fallschirm festgenommen und eingesperrt. Sein eigenmächtiger Versuch, zu einer Friedensregelung mit England beizutragen, war gescheitert. Von Hitler wurde er dann als geistig verwirrt erklärt.

Nach dem Nürnberger Prozess kam Heß 1947 lebenslänglich in das Alliierte Militärgefängnis in Berlin-Spandau, zusammen mit etlichen anderen Verurteilten. Nachdem der Architekt Albert Speer nach 20 Jahren Haft  entlassen wurde, war Heß der einzige Gefangene im Spandauer 600-Mann-Gefängnis. Es bildete sich die Hilfsgemeinschaft „Freiheit für Rudolf Heß“ e.V.  Ehrenvorsitzender war der ehemalige Bundesjustizminister Dr. Ewald Bucher (FDP). Es erschienen einige ganzseitige Anzeigen in der FAZ. Am 7. 5. 1981 hieß es zu den Haftbedingungen u.a.: Einmal im Monat Besuch eines Familienangehörigen für eine Stunde unter strengster Bewachung aller vier Gefängnisdirektoren; einmal pro Woche eine Stunde Besuch des französischen Militärpfarrers . . . . Bewachung des Gefängnisses mit rd. 35 Soldaten, im monatlichem Wechsel gestellt von USA, Großbritannien, Frankreich und der UdSSR.

Für die Hilfsgemeinschaft waren auch zwei Jugendliche aus Freiburg bzw. Bötzingen 1979/80 mit Informationsständen in Freiburg und Emmendingen aktiv. Später hat sich auch Bundeskanzler Kohl für die Freilassung eingesetzt. 1986 schrieb er erfolglos einen Brief an Präsident Reagan, Staatspräsident Mitterand, Premierministerin Thatcher und Gorbatschow. Im August 1987 starb der 93-jährige, kranke Rudolf Heß. Der von britischer Seite behauptete Selbstmord entsprach offensichtlich nicht den Tatsachen. – Das Grab befindet sich in Wunsiedel am Fichtelgebirge in Nordost-Bayern.

BILD auf Abwegen

Peter Bulke/   Die Bild-Zeitung wurde vor Jahren mehr einer konservativen Richtung zugeordnet. Dass eine solche Beurteilung nicht mehr gilt, zeigt der folgende Vorgang.

Die auflagenmäßig weitaus größte Tageszeitung in Deutschland hat zwar in den vergangenen Jahren einen gr0ßen Teil ihrer Käufer verloren, hält aber weiterhin unangefochten ihre Spitzenposition. Auch wenn sie im Verhältnis zu ihrem Seitenumfang politisch nicht gerade besonders informativ ist, so übt sie offensichtlich doch auf einen nicht geringen Bevölkerungsanteil eine hohe Anziehungskraft aus. In der christlichen Wochenzeitschrift IDEA vom 18. August und auch in der JUNGEN FREIHEIT berichtet der IDEA-Vorsitzende Helmut Matthies über das Ausscheiden eines der wichtigsten Journalisten aus dem Zeitungshaus Axel Springer. Es geht um Ralf Schuler (geb. 1965), der seit 2011 Leiter der Parlamentsredaktion ist. Im Alter von 28 Jahren sei er vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger mit dem „renommiertesten Journalistenpreis“, dem Theodor-Wolff-Preis, ausgezeichnet worden. Bald aber wird Schuler seinen hochdotierten Posten verlassen. Grund ist eine bedauerliche Entwicklung des Zeitungshauses Axel Springer.

Am 1. Juni erschien in Springers Tageszeitung DIE WELT ein Gastbeitrag, in dem den öffentlich-rechtlichen Medien vorgeworfen wird, für die angebliche Vielgeschlechtlichkeit zu werben und aufdringlich zur Sexualisierung von Kindern beizutragen. Die sich anschließenden Proteste von linksliberaler Seite veranlassten Springer-Chef Mathias Döpfner zu der Äußerung, BILD stehe fest an der Seite der LBGTQ-Community. Schuler kündigte daraufhin, da er diese Einseitigkeit ablehnt. Dabei wies er auch darauf hin, dass das Zeitungshaus Axel Springer sogar einen plump-albernen Aufkleber mit dem Text „oh deer, I´m queer“ produziere.

Die zum 31. 03. 2023 wirksam werdende Kündigung ist voll verständlich. Denn ein führendes Mitglied einer Mannschaft, deren Leitung so offen für die Gender-Ideologie wirbt, muss automatisch befürchten, in der Öffentlichkeit auch als Vertreter solcher abwegigen Ansichten zu gelten.