Stadtratmehrheit mit wenig Sinn für Ordnung

Peter Bulke/   Bei einer Umfrage des Allensbach-Instituts stimmten 94 % der Befragten in Baden-Württemberg für eine bessere Ausrüstung und 92 % für eine personelle Aufstockung der Polizei und 69 % sogar „für mehr Rechte für  Polizei und Sicherheitsbehörden“ (B.Z., 25. 02. 21). Natürlich lassen sich diese  Zahlen nicht genau auf Freiburg übertragen; aber merkwürdig erscheint es trotzdem, dass die Freiburger Bürger bei der letzten Gemeinderatswahl eine Mehrheit in den Stadtrat gewählt hat, die das Gegenteil von dem will, was sich die Mehrheit zum Thema öffentliche Ordnung wünscht.

Der Vollzugsdienst (VD) wurde bekanntlich 2017 im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft mit dem Land Baden-Württemberg eingeführt. Im Gegenzug hat das Land die Stellen bei der Polizei erhöht. Jetzt, im Jahr 2021, fordert die linke Mehrheit im Stadtrat, angeführt von den GRÜNEN, eine Reduzierung der erst kürzlich vermehrten Personalstellen von 17 auf 11. Die endgültige Abstimmnung darüber soll am 27. 04. fallen, wenn der Haushalt verabschiedet wird. Mit der Verwirklichung des Vorhabens wird Freiburg im Vergleich zu den anderen Großstädten Badens die weitaus geringste Anzahl an VD-Stellen je 100.000 Einwohner haben. Die Badische Zeitung (B.Z.) brachte am 20. 02. 21 die entsprechenden Zahlen: Freiburg künftig 4,8 (z.Z. noch 7), Karlsruhe 8,3, Mannheim 11,6, Heidelberg 14,4. Die Freiburger Fraktion „Eine Stadt für alle“ (7 Sitze) möchte den VD am liebsten ganz abschaffen.

Proteste gegen die geplante Verringerung kamen von der Arbeitsgemeinschaft aller 18 Freiburger Bürgervereine, von Händlervereinigungen, einer Initiative von 27 Wirten, die für 36 Lokale der Innenstadt sprechen, und auch vom Polizeipräsidenten Franz Semling. Für besonders wichtig wird der nächtliche Einsatz gehalten. Doch die Stadtratsmehrheit fühlt sich offensichtlich zur sehr mit der Nacht-„Kultur“ verbunden. Weg vom repressiven Ansatz, war aus dieser Richtung zu vernehmen. Diesem realitätsfernen Grundsatz hatte auch die wirkungslose Säule der Toleranz  auf dem Augustinerplatz dienen sollen. Freiburg hat und hatte natürlich auch realistisch denkende Stadträte. Als gegen Ende 2018 über eine Ausweitung der nächtlichen Einsatzzeiten des VD diskutiert wurde, meinte die damalige Stadtratsfraktion Freiburg Lebenswert/Für Freiburg: Es steht zu hoffen, dass auch die alberne Säule der Toleranz entfernt wird. Ein guter VD kann wirkungsvolle Arbeit leisten. Die AfD-Gruppe im jetzigen Stadtrat fordert sogar eine Aufstockung des VD.

Sprachliche Verrenkungen

Peter Bulke/    Manchem ist es sicherlich schon aufgefallen, dass gelegentlich Sprecher im Rundfunk oder Fernsehen eine zwar kurze, aber doch bemerkbare Pause innerhalb eines Wortes machen – das Genderloch vor „innen“. Stefan Hupka ist zuzustimmen, wenn er seinen Kommentar in der Badischen Zeitung am 6. 2. 2021 mit der Überschrift versah: „Geschlechtergerechte Sprache – ein krampfhaftes Bemühen“.  – Sollte es künftig, wenn allgemein von Bürgermeistern die Rede ist, heißen: Bürger _innenmeister_innen?  Schlimm ist es, dass sich der früher hoch geachtete Duden-Verlag an dem Genderunfug beteiligt. Deshalb gibt es den merkwürdig erscheinenden Aufruf des Vereins Deutsche Sprache (VDS) „Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden“. Einer der Mitunterzeichner, der frühere ZDF-Mitarbeiter Peter Hahne, kommentierte hierzu in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT : Ohne Hemmungen wird unsere Sprache schamlos zwangs-sexualisiert. Das generische Maskulinum, das mit Sexualität bekanntlich nichts, aber auch garnichts zu tun hat, soll abgeschafft werden. 12.000 Bezeichnungen werden quasi verdoppelt, undem weibliche Bäcker, Ärzte oder Postboten einen extra Dudeneintrag bekommen sollen. . . . Der Duden ist laut Kultusministerkonferenz verbindlich an deutschen Schulen; deshalb: Rettet die Muttersprache unseres Vaterlandes vor dem Duden.“ Weitere Unterzeichner dieses Aufrufs sind der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und der aus Äthiopien stammende, hochgebildete Prinz Asfa-Wossen Asserate.  Die neueste Meldung hierzu ist (BZ, 27. 03. 2021): Der Genderstern wird zumindest bis auf weiteres nicht in das amtliche Regelwerk der deutschen Sprache aufgenommen. Das hat der Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossen. Ihm gehört nicht nur die Dudenredaktion, sondern auch die Gesellschaft für Deutsche Sprache an.

Aus dem vergangenem Jahr sind  zwei erfreuliche Entscheidungen erwähnenswert: 1) Die Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) hatte die Schnapsidee, den Entwurf eines neuen Sanierungs- und Insolvenzgesetzes mit nur weiblichen Personenbezeichnungen ausarbeiten zu lassen (Geschäftsführerin, Verbraucherinnen). Doch er wurde vom Bundesinnenministerium zur sprachlichen Überarbeitung zurückgewiesen.  2) Unsere Verteidigungsministerin wollte auch weibliche Dienstgradbezeichnungen einführen: Hauptfrau, Feldwebelin usw. Besonders weibliche Soldaten protestierten erfolgreich dagegen.

Zur Landtagswahl

Peter Bulke//   Die Corona-Pandemie beherrschte weitgehend Meldungen und Diskussionen und überlagerte politische Zukunftsthemen. Die lange Dauer hat zwar zu zunehmender Unzufriedenheit geführt; aber zugleich überwog wohl die Ansicht, dass die außergewöhnliche Situation die verantwortlichen Politiker vor sehr schwierige Entscheidungen stellte. Wie der Freiburger Politologe Prof. Eith vor der Wahl vermutet hatte, hat die Pandemie deshalb keinen großen Einfluss auf das Wahlergebnis  gehabt.  Und die zwei kleinen Parteien, die von Kritikern der Corona-Maßnahmen gegründet worden sind (WIR 2020, DIE BASIS), konnten sich erwartungsgemäß nicht durchsetzen. Ministerpräsident Kretschmann gilt als sachlicher, auf Ausgleich bedachter Politiker. Er hat sich zu einem  typischen Landesvater entwickelt, der der CDU-Spitzenkandidatin wenig konkrete Angriffspunkte bot.

Aus  der Sicht der meisten Bürger sind Klima- und Umweltschutz das wichtigste Zukunftsthema. Der GRÜNEN-Kandidat im Wahlkreis 48, der Forstwissenschaftler und Demeter-Winzer Reinhold Pix aus Ihringen, hat deshalb sein Werbefaltblatt konsequent ganz auf dieses Thema ausgerichtet. Linke Abartigkeiten sind dort nicht zu finden. Er konnte das Ergebnis für seine Partei in seinem Wahlkreis auf fast 38 % erhöhen. Die AfD dagegen wandte sich z. B. am 11. 03. in einer SWR-TV-Werbesendung gleich zu Beginn gegen eine Klimaschutz-Politik. Dass menschliche Aktivitäten zumindest mitverantwortlich für den Klimawandel sind, wurde als Ideologie abgetan. So etwas musste einen Teil der potentiellen Wähler abschrecken. Besser wäre es, wenn die AfD die Klimaschutz-Politik zwar kritisch, aber konstruktiv begleiten würde.

Lobenswert war das AfD-Faltblatt Traditionell ? Uns gefällt´s. Dort wird u. a. der Wert der Familie herausgestellt, verbunden mit dem Hinweis auf den ständig schrumpfenden Anteil der deutschen Bevölkerung in unserem  Land. Die Kinderbetreuung durch die Eltern werde viel zuwenig gewürdigt und honoriert. Abgesehen von den zwei kleinen Parteien ÖDP und BÜNDNIS C (das nur in wenigen Wahlkreisen auftrat) ist die AfD die einzige wirklich familienfreundliche Partei. Eine entsprechende Politik ist auch Voraussetzung für die Lösung der Probleme Facharbeitermangel und Rentenfinanzierung.

Das obige Foto zeigt den Zustand der meisten Plakattafeln im Breisacher Kernort drei Tage vor der Wahl. Das Plakat links oben (AfD-Kandidatin Martina Böswald) war jeweils von linken Fanatikern halbiert worden, damit  es keinen Hinweis auf die AfD gab.  2016 war Ähnliches mit AfD- und REP-Plakaten gemacht worden.

Gewalt in der Wahlkampfzeit

Peter Bulke/    In Schorndorf, ca. 25 Km östlich von Stuttgart, stürmten 15 bis 20 „Antifaschisten“ auf einen AfD-Informationsstand zu, richteten eine Verwüstung an und verletzten den dortigen Kandidaten Stephan Schwarz mit Stöcken und Fußtritten. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Außer diesem 36-jährigen Kandidaten wurde ein 79-jähriger Wahlhelfer körperlich angegriffen. – In Freiburg demolierten etwa 10 Linksextremisten einen AfD-Informationsstand. Verletzte gab es nicht.  Zur Erinnerung: Der Landesverfassungsschutz hat im vergangenen Jahr Freiburg als Schwerpunkt linksextremistischer Gewalt genannt, vor allem aufgrund etlicher Brandanschläge auf Fahrzeuge. Der linke Stadtrat Michael Moos  verharmloste damals diese Handlungen, da es sich nur um Sachbeschädigungen gehandelt habe.

Zum Vorgang in Schorndorf hieß es auf de.indymedia.org: Im Rahmen der Kampagne „Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen“ wurde heute ein AfD-Stand in Schorndorf besucht. Ein Jahr nach dem rechtsterroristischen Attentat in Hanau wurde klargemacht, dass rechte  Hetze nicht geduldet und mit unserem Protest konfrontiert wird.   – Von: anonym  am: 20. 02. 2021

Die AfD hatte im Jahr 2020 im Bundestag vergeblich gefordert, den Trägerverein der Internetseite zu verbieten. Abgeschaltet worden  war zuvor nur der Indymedia-Ableger „Linksunten“.  Dieser hatte seinen Sitz zeitweise in dem „Kulturtreff in Selbstverwaltung“ (KTS) in Freiburg (siehe obiges Foto), für den nach einem Bericht der Badischen Zeitung vom 20. 06. 2020  die Stadt die jährlichen Mietkosten in Höhe von 265.000 € übernimmt.

„Kinderrechte“ ins Grundgesetz?

Peter Bulke/    Die große Koalition im Bundestag hat sich bekanntlich darauf geeinigt, Kinderrechte im Grundgesetz extra zu erwähnen. Das muss noch mit Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden. Im Art. 6, in dem es um Ehe, Familie und Kinder geht, soll es u. a. heißen: Die verfassungsmäßigen Rechte der Kinder einschließlich ihres Rechtes auf Entwicklung zu eigenverantwortlicher Persönlichkeit sind zu achten und zu schützen. Das Wohl des Kindes ist angemessen zu berücksichtigen. . . . Die Erstverantwortung der Eltern bleibt unberührt. Norbert Waller, Kommentator der Badischen Zeitung und Befürworter der GG-Änderung, schrieb  dazu einen Leitartikel unter der Überschrift Keine wirksame Verbesserung. Er weist darauf hin, dass zuvor eine Kommission in dem Ergänzungstext neben dem Wort angemessen als mögliche Alternativen auch wesentlich und vorrangig vorgeschlagen hatte. Diese hätten die Kinderrechte deutlicher herausgestellt, waren aber mit der CDU/CSU nicht durchsetzbar. Juristische Beurteilungen weisen aber darauf hin, dass die GG-Änderung die Rechtsprechung beeinflussen wird.

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„Das ist ein Skandal“

Peter Bulke/  Der obige Ausspruch kam laut Badischer Zeitung vom 26. 01. von der ehemaligen Freiburger Stadträtin und neuen GEW-Landesvorsitzenden Monika Stein. Der entsprechende Zeitungsartikel hatte die Überschriften „Sparkasse steht wegen einer Spende in der Kritik – Einer der Empfänger steht einer rechten Burschenschaft nahe“.  Die Sparkasse Freiburg  habe je 1.000 € an 100 Vereine gespendet unter dem Motto „Ihr für alle – wir für  Euch“. Es ging um Spenden an gemeinnützige Vereine. Unter den Empfängern sei auch der Verein Saxo-Silensenhaus. Das erregte sogleich Monika Stein und andere politisch links orientierte Kommentatoren in den sozialen Medien. Dazu gehört auch Stadtrat Simon Sumbert von der Gruppe Junges Freiburg (Fraktion JUPI). Dem Verein Saxo-Silensenhaus gehört das Verbindungshaus der Freiburger Burschenschaft  Saxo-Silesia. Dieses ist auf obigem Foto zu sehen. Dort werden Zimmer an Studenten vermietet. Mit der Spende sollen die Internetleitungen in den Zimmern ausgebaut werden.

Dass politisch linke, antinationale Kräfte leicht erregbar sind, ist an sich  nichts Besonderes. (Siehe auch unseren Text vom 17. 12. 2020.) Aber im vorliegenden Fall besteht folgendes Problem: Monika Stein ist bekanntlich von Beruf Lehrerin, und sie ist Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), einer Berufsvertretung, der vor allem Lehrer angehören. Es geht hier nicht um ihre politische Überzeugung. Schulen sollen aber auch dazu beitragen, dass demokratisch gesinnte Staatsbürger herangebildet werden. Dazu passt die öffentliche Erregung Monika Steins über eine Spende an einen gemeinnützigen Verein überhaupt nicht. Politisch Linke vermitteln sowieso häufig den Eindruck, dass sie zwar gerne von Demokratie reden, dieses Gerede aber nicht immer so genau nehmen, wenn es um die gleichen Rechte politisch Andersdenkender geht.

Studentenverbindungen allgemein – egal, ob Burschenschaften oder nicht – leisten einen beispielhaften Dienst an unserer Gesellschaft. Die Neumitglieder üben das korrekte Diskutieren auf den Konventen (dazu gehört das Anhören anderer Meinungen). Ebenso wichtig ist die Übernahme von Pflichten innerhalb der Gemeinschaft der Aktiven.

Reichsgründung vor 150 Jahren

Peter Bulke //   Oben ist eins der wichtigsten Bilder deutscher Geschichte zu sehen: Die deutschen Fürsten rufen am 18. Januar 1871 den preußischen König zum deutschen Kaiser aus. Großherzog Friedrich I von Baden ruft als erster: „Hoch lebe Kaiser Wilhelm!“. (Dieser war sein Schwiegervater.) Baden verlor damit seine Souveränität. Es hatte sich auch am Krieg gegen Frankreich beteiligt. Das daran erinnernde Siegesdenkmal in Freiburg wurde  1876 in Anwesenheit des Kaisers und des Großherzogs von Baden eingeweiht. Noch 10 Jahre zuvor,  beim deutschen Krieg Preußen gegen Österreich 1866, hatte Baden noch auf der Seite Österreichs gestanden, sich aber nicht aktiv beteiligt. Deutschland erlebte anschließend einen großen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und militärischen Aufstieg. Mit der Industrialisierung entstanden aber auch soziale Probleme. Die Einführung von Unfall-, Alters- und Invalidenversicherung ab 1882 war in Europa vorbildlich.

Entscheidender Gestalter des politischen Geschehens war Fürst Otto von Bismarck, preußischer Ministerpräsident (seit 1862) und deutscher Reichskanzler (ab 1871). An ihn erinnert in Freiburg der Bismarck-Turm. Seine Errichtung um das Jahr 1900 ist u. a. der Freiburger Burschenschaft Teutonia zu verdanken. Heute macht das Denkmal einschließlich Umfeld  einen verwahrlosten Eindruck. Es wurde durch die Stadt Freiburg total vernachlässigt. Die Freiburger  Universität hatte 1868 nur etwa 300 Studenten. Nach 1871 erfolgte ein sehr starker Anstieg, trotz Gründung der Universität Straßburg 1872, zu der auch viele Badener gingen. Die meisten Studenten gehörten damals einer Verbindung an. Über das Verbindungswesen damals bis heute berichtet Martin Dossmann in seinem vor wenigen Jahren im WJK-Verlag erschienenen Buch „Freiburgs Schönheit lacht uns wieder“.  Danach waren um 1870 die Corps die bedeutungsvollsten Verbindungen. Sie waren zwar grundsätzlich politisch neutral, in der Zeit vor 1870 ebenso wie die politische Führung in Baden mehr antipreußisch. Ein großer Teil der Abgeordneten des Reichstages und viele Regierungsmitglieder gehörten einem Corps an, auch Bismarck und der spätere Kaiser Wilhelm II.   Corps betrachteten sich als besondere Elite, was häufig in der Bevölkerung als anmaßend empfunden wurde.

Die Beendigung der Kleinstaaterei 1871 wurde zwar „von oben“ in die Tat umgesetzt, hatte aber offensichtlich eindeutig die Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit. Eine großdeutsche Einigung war damals aufgrund der Konkurrenz der zwei mächtigsten Fürstenhäuser Habsburger und Hohenzollern nicht möglich.

Thema „Rasse“: viel Ideologie – wenig Sachlichkeit

Peter Bulke/   Das in der Biologie verwendete Wort war insbesondere im vergangenen Jahr Gegenstand der Kritik. Es soll sogar aus dem Grundgesetz verschwinden. Am 30. 06. 20 brachte die Badische Zeitung (B.Z.) ein Foto mit Buntstiften und dazu den Text: „Diese Buntstifte stehen für die Vielfalt an Hautfarben. Mit Rassen haben die verschiedenen Farben nichts zu tun.“ Wenige Tage zuvor hatte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende des Landtages, Sascha Binder, geäußert, Rassen gäbe es „nur bei Tieren.“

Rassen sind geographische Varietäten einer Art.  Z. B. gibt es bei der Kohlmeise, deren Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis weit nach Asien hinein reicht, etliche solcher  Varietäten. Entsprechendes hat sich natürlich über einen Zeitraum von Zehntausenden von Jahren auch bei der  Art  Mensch herausgebildet. Das Genom der menschlichen Gruppen hat sich den jeweiligen Lebensbedingungen angepasst. – Am 20. 06. 20 erschien ein B.Z.-Interview mit dem Wissenschaftler Volker Nehring vom Institut Biologie I  der Universität  Freiburg. Er meidet das Wort Rasse und spricht von Populationen in unterschiedlichen Wohngebieten: „Wenn jemand aus Nairobi nach Freiburg reist, wird er automatisch Teil der  Freiburger Population. . . . Die Biographie des Menschen ist ja längst ein großes Durcheinander.“  Damit vereinfacht er aber zu sehr. Der Unterschied zwischen der Person aus Nairobi und den meisten Freiburgern wird ausgeblendet.

Der Begriff „Population“ tritt in der Wissenschaft seit den 60-er Jahren vielfach an die Stelle der „Rasse“. Mitglieder einer Population pflanzen sich häufiger untereinander fort als mit Nichtmitgliedern. Populationen unterscheiden sich durch zahlreiche unterschiedliche Genhäufigkeiten. Das „große Durcheinander“ hat noch nicht dazu geführt, diese Unterschiede verschwinden zu lassen. So hat sich in den USA  herausgestellt, dass einige Arzneimittel zwischen Menschen europäischer und afrikanischer Abstammung unterschiedlich wirken. Sie waren meistens zu einseitig an weißen Personen getestet worden. Selbst die Psyche eines Menschen wird durch Erbanlagen mit beeinflusst.  Wer Rassenunterschiede leugnet, weil 99.9 % der Erbanlagen gleich seien, bedenkt nicht, dass (wie vor einiger Zeit in der Presse zu lesen war) Schimpansen  mit Menschen zu über 98,5 % genetisch übereinstimmen. Säugetiere – einschließlich Mensch – haben extrem viel Gemeinsames. Anderfalls wären medizinische Versuche an Ratten sinnlos.  – Obiges Foto zeigt ein Buch zum Thema, erschienen 2020 im Ares-Verlag, A8011 Graz.

 

„Umbenennungsdiskussion geht weiter“

Peter Bulke/   Mit der obigen Überschrift erschien im November ein Artikel in der Badischen Zeitung (B.Z.). Danach fordert Christoph Schwarz, Vorsitzender eines Vereins, der sich mit einem speziellen Kapitel der NS-Geschichte beschäftigt, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule in Freiburg-Betzenhausen umbenannt wird. An dieser Schule liegt auch die kleine Gerhart-Hauptmann-Straße. Die Kritik an der Namensgebung erinnert an einen engstirnigen, einseitig urteilenden Moralprediger, der behauptet, beurteilen zu können, wann sich der Dichter G. Hauptmann während der Zeit des Nationalsozialismus nicht „richtig“ verhalten habe. Man könnte das mit einer Spurensuche mit der Lupe vergleichen.

Gerhart Hauptmann (1862 – 1946), Vertreter des sozialkritischen Naturalismus, erhielt 1912 den Nobelpreis. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen „Die Weber“ und die Komödie „Der Biberpelz“.

Getrieben vom linken Zeitgeist wurde bekanntlich vor einigen Jahren in Freiburg festgelegt, dass eine Kommission alle nach Personen benannten Straßennamen untersuchen sollte. Nach dem dann im Jahre  2016 vorgestellten Bericht der Kommission sollten schließlich 12 Namen geändert werden. Der Freiburger Gemeinderat hat nach und nach die Änderungen beschlossen. Die Gerhart-Hauptmann-Straße war nicht darunter. Für sie hatte die Kommission eine ergänzende Erklärung auf dem Straßenschild vorgeschlagen. Über den Standpunkt der Stadtverwaltung berichtete die B.Z. am 9. 11.: „Heute würde man den Namen nicht mehr nehmen. Eine Umbenennung ist aber nicht nötig.“

Erfreulicherweise erschien am 4. 12. ein B.Z.-Leserbrief des Vorsitzenden der Schlesischen Landsmannschaft Freiburg, Wolfgang Lorenz, der sich mit dem Dichter G. Hauptmann intensiv beschäftigt hat. Lorenz beanstandet, dass der Kritiker Schwarz den Dichter auf dessen letzte Lebensjahre (Alter über 80 Jahre) reduziere, „in denen er ohne Zweifel eine sehr ambivalente Haltung  gegenüber dem Nationalsozialismus einnahm.“  Die Freiburger Kreisgruppe der Schlesischen Landsmannschaft sei 1963 der Initiator der Namensgebung zugunsten des berühmten schlesischen Dichters für die Schule in Freiburg-Betzenhausen gewesen.

 

Linke Erregung – Badische Zeitung knickt ein

Peter Bulke/    Der kostenlosen Wochenzeitung  DER SONNTAG , die wie die Badische Zeitung(BZ) im Badischen Verlag erscheint, sind auch immer Werbebeilagen beigefügt. Kürzlich enthielt ein Teil der Auflage (Stadt Freiburg) auch eine Beilage der Freiburger AfD-Stadtratgruppe. Dies hat offensichtlich etlichen linksorientierten Lesern ihr Blut in Wallung gebracht. Ihren Unmut haben sie dem Verlag gegenüber bekundet. In der BZ hieß es darauf hin am 7. 12.: “ Wir nehmen die Werbung aller für Wahlen zugelassenen Parteien entgegen, sofern diese Werbung keine ehrverletzenden, diskriminierenden … Inhalte enthält. … Die Werbebeilage der AfD entsprach den Kriterien, die wir an die Veröffentlichung politischer Werbung richten….“

Mit dieser vernünftigen Begründung müsste eigentlich das Thema abgeschlossen sein. Doch schon einen Tag später gab es einen großen BZ-Artikel unter der Überschrift „Die Abwägung war im Ergebnis falsch … Kritik der Leser nehmen wir ernst“. Im anschließenden Text geht es vor allem um Kritik am Mitunterzeichner des AfD-Werbeblattes Dubravko Mandic. Dessen Mitwirkung am Text war aber natürlich von vornherein ersichtlich gewesen; es ging auch nicht plötzlich um neue Erkenntnisse über diesen Stadtrat. Die Kritik an der Person Mandic hat mit der Angelegenheit der Werbebeilage wenig zu tun, zumal er neben Dr. Detlef Huber nur Mitunterzeichner war. Das zeigt, dass der Druck politisch linker Kräfte dazu geführt hat, dass der Badische Verlag es nachträglich bedauert, das getan zu haben, was in einer Demokratie für eine Zeitung selbstverständlich sein sollte, insbesondere dann, wenn sie eine Monopolstellung als Regionalzeitung hat. – Der Verlag will die spezielle Werbeeinnahme nicht für sich, sondern als Spende verwenden.