Die dunkelste Stunde

Peter Bulke/  „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“. So lässt sich der auf französisch wiedergegebene Ausspruch auf dem obigen Foto übersetzen. Nachdem vor einigen Monaten in Freiburg der Film Dunkirk (Dünkirchen) gezeigt worden ist, folgte ab Januar 2018 im Friedrichsbau der Film „Die dunkelste Stunde“. Hier ist das Drama der (fast) eingeschlossenen 370.000 britischen und französischen Soldaten im Jahre 1940 nur der Hintergrund. Hauptsächlich befasst sich der Film mit der Person Winston Churchill, der damals eine weitreichende Entscheidung getroffen hat: keine Friedensverhandlungen mit Deutschland. Er wagte die Rückholung der Soldaten nach England. Es war, wie die Badische Zeitung schreibt, die größte Rettungsaktion der Weltgeschichte. Wie war das möglich? Gelegentlich ist spekuliert worden, dass Hitler England nicht zu sehr demütigen wollte, weil er auf einen Verständigungsfrieden hoffte. Jedenfalls ließen falsche miltärische Überlegungen auf deutscher Seite die Rettungsaktion zu einem Erfolg werden. Hitler wollte die Panzertruppen für die Schlacht um Frankreich schonen, obwohl Guderians Panzercorps nur 18 km vom Dünkirchener Hafen entfernt war. Und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Göring irrte, als er großspurig behauptete, dass der Kessel aus der Luft zerschlagen werden könnte. So konnte unsere Wehrmacht zwar das riesige, zurückgelassene Kriegsmaterial erbeuten, aber nur 40.000 Franzosen gefangen nehmen.

Die Badische Zeitung (Gabriele Schoder) meinte bei der Besprechung des Films, dass Churchill „Europa beherzt davor bewahrte, komplett in den nationalsozialistischen Abgrund zu stürzen. Dafür hat gerade Deutschland zu danken.“ Nach dieser Ansicht war es also besser, den Krieg fortzusetzen, anstatt den Frieden zu suchen. Churchill konnte später tatsächlich zuletzt als Sieger lachen; aber seine Entscheidung hat maßgeblich mit zur Jahrhundertkatastrophe des Zweiten Weltkriegs beigetragen!  Manchmal ist auch immer noch die naive Vorstellung zu hören, dass der Krieg vorrangig zur Befreiung vom Nationalsozialismus geführt worden sei.      info@pi-freiburg.de

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