Finger weg vom Sonntag

Es wirkt wie ein Witz, ist aber leider keiner. Eine Partei, die sich christlich nennt und grüne Konsumkritiker tun sich zusammen, um den arbeitsfreien Sonntag in Freiburg zu schleifen. Angeblich wollen sie dem Einzelhandel helfen. Diese Aktion wirkt aber wie ein verzweifelter Versuch, die völlig überzogene Erhöhung der Parkgebühren wieder gut zu machen. Auf Drängen unter anderem der CDU ist es zu dieser Erhöhung gekommen, die sich nun mit einer Art Ablasshandel reinwaschen möchte. Um den Frequenzrückgang in der Innenstadt zu bekämpfen, brauchen wir
vernünftige Verkehrskonzepte, bezahlbare Parkplätze und eine attraktive Innenstadt. Zwei Sonntage Konsumrausch helfen nicht weiter.
Der Einzelhandel ist außerdem nur die eine Seite der Medaille. Die Verkäufer, die ohnehin für schmales Geld arbeiten, die andere.

Verkaufsoffene Sonntage sind schlicht und ergreifend arbeitnehmer- und familienfeindlich. Der Sonntag soll in Freiburg auch weiterhin Raumgeben, Kraft zu sammeln, sei es in der Kirche oder in der freien Natur. Zusammen mit Familie und Freunden oder in stiller Einkehr. Der arbeitsfreie Sonntag ist Kulturgut, daß es zu schützen gilt, weshalb wir sonntägliche Verkaufsspektakel strikt ablehnen. Und glaube doch keiner, daß es bei zwei
Sonntagen in 2020 bleibt.Wenn eine Evaluierung ergibt, daß die Stadt nicht gänzlich leergeblieben ist, wird der Ruf nach weiteren Lockerungen laut.
Schreiben Sie den Stadträten von CDU, den Grünen, FDP, SPD und anderen
Fraktionen. Beziehen Sie Stellung. Noch ist der Sonntag nicht verloren.