„O Straßburg, o Straßburg, du wunderschöne Stadt …“

Peter Bulke/ Mit der obigen Zeile beginnt eine Volksweise, die den meisten Lesern natürlich nicht mehr bekannt ist. Die Altstadt mit dem Münster wurde 1988 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. 2017 wurde auch dem ganz anders gearteten Viertel „La Neustadt“ diese Ehre zuteil. Zum Jahreswechsel 2017/18 läuft deshalb in Straßburg auf verschiedenen Stationen ein großes Ausstellungsprojekt. Dabei geht es hauptsächlich um die Zeit des zweiten deutschen Kaiserreiches ab 1871. Damals war das Elsaß nach fast 200 Jahren wieder unter deutsche Herrschaft zurückgekommen.1880 wurde ein Bebauungsplan für eine große Stadterweiterung beschlossen. So entstand die „Neustadt“. Dazu heißt es in der Ausstellung: „Die geplanten Neubauten sollten Macht, Ansehen, Ordnung und Kultur des neuen politischen Systems widerspiegeln.“ Straßburg sollte sich als Hauptstadt des Reichslandes Elsaß-Lothringen durch besonders repräsentative Gebäude auszeichnen. Das ist auf eindrucksvolle Art gelungen und auch heute ein Besuch wert. Auffallend sind besonders die zahlreichen Bauten der Reichsuniversität. Auf ihnen sind die Namen und figürlichen Darstellungen zahlreicher deutscher Wissenschaftler verewigt. Das obige Foto gewährt einen Blick in die Aula des Universitätshauptgebäudes. Sehenswert ist auch die großartige, 76 m hohe, zweitürmige Pauluskirche, die 1892/97 im damals typischen neugotischen Stil als evangelische Garnisonskirche errichtet wurde. Der Wohnungsbau in der Neustadt galt nicht nur den Privilegierten. „Hygienische Bestrebungen und der Wunsch nach Komfort hält selbst in den einfachsten Wohnungen Einzug“, heißt es in der Ausstellung. Errichtet wurden auch ein modernes Krankenhaus und städtische Bäder. Die Neustadt war qualitativ hochwertig, abwechslungsreich gestaltet und mit vielen Grünflächen versehen.

Die Altstadt wurde aber in der deutschen Zeit nicht unbeachtet gelassen. 1871 galt Straßburg als „schmutzigste Stadt des Kaiserreiches“. Die hygienischen Verhältnisse wurden entscheidend verbessert. Industrie und Handel erlebten einen großen Aufschwung.

Nach dem 1. Weltkrieg wurden viele Deutsche des Landes verwiesen und durch französische Zuzügler ersetzt.

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