/Verlust des Heimatgefühls

Verlust des Heimatgefühls

Peter Bulke/  Der Rote Otto auf obigem Foto weist auf Landwasser hin. Über diesen Freiburger Stadtteil wird seit einigen Wochen diskutiert, ausgelöst durch Brandstiftungen in der Wirthstraße und in der Albert-Schweitzer-Schule. Die Badische Zeitung lud zu einer Podiumsdiskussion „BZ-Hautnah“ ein. Aus den Stellungnahmen war zu entnehmen, dass die Bürger in Landwasser ihren Stadtteil liebgewonnen und dort lange Zeit gerne gewohnt haben. Aber inzwischen hat sich ein Gefühl der Unsicherheit und des Unwohlseins bis zur Resignation verbreitet. Man glaubt an eine höhere Kriminalität, obwohl die Vertreter der Polizei darstellen konnten, dass die Kriminalitätsrate in Landwasser geringer ist als im Freiburger Durchschnitt. Die aber vermehrt zu beobachtenden Erscheinungen von Verwahrlosung bilden in der Regel allerdings keine Kriminalitätsfälle. Beklagt werden nächtlicher Lärm und der schlimme Anblick, den der vermüllte Schulhof am Samstagmorgen bietet. OB Salomon versprach, das Thema Streetworker prüfen zu lassen. Die in Landwasser wohnende Stadträtin Gerlinde Schrempp (Liste Freiburg-Lebenswert) sagte, dass das Zentrum nachts ein schwieriger Ort geworden sei, und beim Gang durch die Wirthstraße entstehe ein Gefühl der Unsicherheit. Vom „Haus der Begegnung“ wird allerdings in einem Flugblatt unter dem Titel „Was ist los in Landwasser?“ darauf hingewiesen, dass z.B. schon 1999 in der Presse zu lesen war: „Gefordert wird: mehr Sicherheit“. Als Vertreter der Jugend war ein 16-jähriger Schüler mit orientalischen Wurzeln auf das Podium geladen worden. Er sprach nicht gerade schmeichelhaft über einen Teil seiner Altersgenossen. Ihr Umgangston sei aggressiv und „asozial“. Frau Schrempp bemängelte unzureichende Integrationsbemühungen vieler neu zugezogener Bewohner. Man höre kaum noch Deutsch. Aus dem Publikum wurde vermerkt, dass einige Eltern deshalb ihre Kinder auf die christliche Schule schicken. Die Wirthstraße mit ihrem besonders hohen Anteil an Nichtdeutschen wird vielfach das „Ghetto“ genannt. Das Zusammenleben klappe nicht mehr, meinte kürzlich der Vorsitzende des Bürgervereins, Dieter Dormeier.

In Landwasser zeigt sich ein Problem, das nicht auf diesen Stadtteil beschränkt ist: die Zuwanderung vieler Menschen aus fremden Kulturkreisen. Das muss bei vielen Einheimischen dazu führen, dass sie sich in ihrer ehemals vertrauten Umgebung nicht mehr heimisch fühlen. Für Landwasser kommt hinzu, dass das Zentrum sehr an Attraktivität verloren hat. Eine Wiederbelebung durch entsprechende Baumaßnahmen ist geplant. Das Thema Überfremdung bleibt dann aber weiterhin aktuell.