Leiter des Freiburger Immobilienmanagements: „Wir haben keinen Rückstand bei Schulsanierungen“

Benjamin | 20.05.2026 08:37

Es ist in Freiburg bekannt, dass die Schulen in Freiburg in einem desaströsen Zustand sind, deswegen muss dringend Geld in die Hand genommen werden und dagegen etwas getan werden. Jedoch kommt aus dem Rathaus Widerspruch dazu.

🟦 Desaströse Zustände an Freiburger Schulen

Schulpersonal und Schüler haben schon zigfach über die untragbaren Zustände an den Schulen in Freiburg berichtet. Es wurde über stinkende Toiletten, bröckelnde Fassaden, undichte Dächer, berichtet. Trotz dieser offensichtlichen Mängel behauptet Ulrich Becht, Leiter des Immobilienmanagements, es gebe keinen Sanierungsstau.

Im Interview mit der Badischen-Zeitung vom 15.05 sagte er:

„Sanierungsstau, das klingt nach Stillstand. Von Stillstand kann bei uns aber nicht die Rede sein. Die Stadt Freiburg hat 750 Gebäude in ihrem Bestand, darunter 65 Schulen. Aus Nutzersicht wäre es natürlich toll, wenn wir jedes Gebäude generalsanieren würden und dann 30 Jahre lang nichts mehr daran gemacht werden müsste. Aber dazu sind wir personell und finanziell nicht in der Lage. Wir können nicht alle Gebäude von Grund auf fix und fertig sanieren. Es geht vielmehr um das richtige Priorisieren: wie lassen sich die Planungs- und Sanierungsschritte nacheinander organisieren. Planen, terminieren, bauen, finanzieren – das ist alles miteinander verwoben. Man kann auch deswegen nicht von einem Sanierungsstau sprechen, weil wir alle Mittel, die uns zur Verfügung stehen, komplett für Sanierungen, Erweiterungen oder Neubau ausgeben. Wir haben keinen Rückstand.“

Die Stadt Freiburg versucht den Begriff „Sanierungsstau“ wegzudefinieren. Doch nur weil jedes Jahr Geld ausgegeben und irgendwo gebaut wird, verschwindet der Rückstand nicht. Entscheidend ist nicht, ob die Stadt überhaupt saniert, sondern ob sie mit dem tatsächlichen Bedarf Schritt hält.

Im Jahr 2020 lag der Sanierungsstau der Schulen bei 1,4 Mrd. Euro. Jetzt nach Corona, Ukraine-Krieg und dem Iran-Krieg dürfte es erheblich angestiegen sein. Das Rathaus ist bemüht diesen kleinzureden und in BZ und Amtsblatt ist mit wenigen Ausnahmen nur von den wenigen Sanierungen die Rede und nicht von den unzähligen Missständen.

🟦 Dringende Sanierungen müssen angegangen werden

Vor einigen Tagen berichteten wir darüber das die Stadtspitze einen modernen Schul-Campus für Dietenbach bauen will für 200 Millionen Euro. Dieses Geld wäre besser sinnvoller die bestehenden Schulen umfassend und gründlich zu sanieren.

Wenn Schulen über Jahre hinweg auf dringend notwendige Sanierungen warten, wenn Gebäude nur notdürftig instandgehalten werden und wenn die Stadt selbst einräumt, personell und finanziell nicht in der Lage zu sein, alle notwendigen Maßnahmen zeitnah umzusetzen, dann ist genau das ein Sanierungsstau.

Das Vertrauen in die kommunale Verwaltung schwindet, wenn notwendige Instandsetzungen als erledigt oder nicht existent deklariert werden, während der bauliche Verfall an der Substanz der Gebäude nagt.

Deswegen muss eine ehrliche Bestandsaufnahme sämtlicher öffentlicher Schulgebäude durch unabhängige Gutachter in die Wege eingeleitet werden. Statt Prestigeprojekte zu finanzieren, müssen die finanziellen Mittel gezielt in die Sanierung und Modernisierung der Schulen fließen. Ein funktionierendes Bildungssystem benötigt eine solide bauliche Grundlage, für die der Staat in der Pflicht steht. Die Zeit des Aussitzens ist vorbei, denn unsere Kinder haben ein Anrecht auf eine Lernumgebung, die diesen Namen verdient. Eine echte Bildungsoffensive beginnt mit funktionierenden Gebäuden und einer Verwaltung, die Probleme löst, statt sie wegzuwünschen. Herr Horn handeln Sie endlich!

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