
Benjamin | 21.09.2026 16:36
Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag deutliche Verschiebungen im deutschen Parteiensystem gezeigt. Während die AfD in beiden Ländern erheblich zulegen konnte, musste insbesondere die CDU schwere Verluste hinnehmen. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte sie sogar erstmals bei einer Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde. Dies ist ein Novum für die ehemalige Volkspartei.
🟦 Mecklenburg-Vorpommern: AfD wird stärkste Kraft
Besonders deutlich fiel das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern aus. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreicht die AfD 38,2 Prozent und wird damit stärkste politische Kraft des Landes. Bei der vorherigen Landtagswahl 2021 waren es noch 16,7 Prozent gewesen. Es zeigt ganz klar, dass die AfD in Mecklenburg-Vorpommern zu einer etablierten Partei mit Rückgrat geworden ist die auch näher am Volk ist als die anderen Parteien.
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit 35,5 Prozent. Für die CDU dagegen endet der Wahlabend in einem historischen Debakel: Sie stürzt von 13,3 auf nur noch 4,9 Prozent ab und verpasst damit den Einzug in den Schweriner Landtag.
Damit liegen zwischen AfD und CDU mittlerweile mehr als 33 Prozentpunkte. Der Abstieg der CDU hat zu großen Teilen Bundeskanzler Friedrich Merz zu verantworten mit seiner katastrophalen Politik.
🟦 Auch in Berlin legt die AfD kräftig zu
Auch die Berliner Wahl zeigt eine deutliche Verschiebung. Zwar gewinnt dort die Linke mit 25,7 Prozent die Wahl, doch zu den großen Gewinnern gehört ebenfalls die AfD.
Sie verbessert sich von 9,1 Prozent im Jahr 2023 auf 16,3 Prozent und erreicht damit den dritten Platz. Die CDU fällt dagegen von 28,2 auf 18,8 Prozent zurück. SPD und Grüne verlieren ebenfalls deutlich.
Besonders interessant ist dabei die Wählerwanderung: Nach Berechnungen von Infratest dimap wechselten in Berlin rund 60.000 ehemalige CDU-Wähler direkt zur AfD. Weitere rund 61.000 AfD-Stimmen kamen von Menschen, die bei der vorherigen Wahl nicht gewählt hatten.
🟥 CDU verliert massiv an Bindungskraft
Die jahrzehntelange Selbstverständlichkeit, mit der sich die CDU als große bürgerliche Volkspartei präsentieren konnte, bekommt immer tiefere Risse.
In Mecklenburg-Vorpommern erhält die AfD inzwischen fast achtmal so viele Stimmen wie die CDU. Und selbst in Berlin, wo die AfD traditionell wesentlich schwächer abschneidet als in ostdeutschen Flächenländern, beträgt der Abstand zur CDU nur noch 2,5 Prozentpunkte.
Wer Zehntausende Wähler unmittelbar an die AfD verliert, sollte sich deshalb nicht ausschließlich mit der politischen Konkurrenz beschäftigen, sondern fragen, warum die eigenen früheren Wähler ihr den Rücken kehren.
🟦 Unser Fazit
Die Ergebnisse von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind ein weiteres deutliches Warnsignal für die etablierten Parteien. Die AfD erreicht längst nicht mehr nur ihre bisherige Stammwählerschaft, sondern mobilisiert Nichtwähler und gewinnt Wähler anderer Parteien hinzu.
Die CDU kann sich deshalb immer weniger darauf verlassen, automatisch die führende Kraft rechts der politischen Mitte zu sein. Der Anspruch auf den Status einer Volkspartei wird nicht durch Parteizentralen vergeben – sondern an der Wahlurne.
Herzlichen Glückwunsch an die AfD-Landesverbände in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu ihren deutlichen Zugewinnen

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