🚇 VAG Freiburg: Warum Jahr für Jahr Millionenverluste entstehen – und was das mit der Personalpolitik zu tun hat.
🖋️ Markus Castro und Karl Schwarz, Stadträte im Gemeinderat Freiburg

Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) erhält jährlich Millionen aus dem städtischen Haushalt. Trotzdem macht sie seit Jahren Verluste. Warum?

Im März 2025 haben wir 77 konkrete Fragen zur Situation bei der VAG gestellt – zu Personal, Arbeitsbedingungen, Krankheitsstand und Kosten. Die Stadt lehnte ab: zu aufwendig. Wir kürzten freiwillig auf 20 gezielte Fragen.

📞 VAG-Geschäftsführer Oliver Benz zeigte sich offen für die Anfrage. Doch es dauerte bis zum 21. Mai 2025, bis wir schriftlich Antworten bekamen.

📊 Die Zahlen:

✅ 220 neue Fahrer 2022–2024
❗ 48 Kündigungen im selben Zeitraum
💶 Über 23.000 € Kosten pro Ausbildung
📈 1,6 Mio. € für Neuausbildungen allein 2023
🤒 Rund 20.000 Krankentage pro Jahr im Fahrdienst
📝 119 abgelehnte Urlaubsanträge (2024)
⚠️ Ärztliche Hinweise werden nur punktuell berücksichtigt
🚫 Kündigungsgründe wie Überlastung werden nicht dokumentiert

💸 Was das kostet:

8 verhinderte Kündigungen × 23.132 € = 185.061 € Ersparnis im Jahr – und das sind nur die Ausbildungskosten. Ausfälle, Überstunden, Einarbeitung nicht mitgerechnet.

🗣️ Was Fahrer berichten:

⏳ Urlaubsanträge werden verzögert oder abgelehnt
🔁 Schichtpläne ändern sich spontan
🤕 Krankmeldung oft der einzige Weg zu freier Zeit
⚖️ Ärztliche Hinweise werden unterschiedlich bewertet
🚪 Einige kündigen direkt nach der Ausbildung

📢 Unser Fazit:

Die VAG verliert nicht nur Geld – sie verliert Personal. Wer Fahrerinnen und Fahrer belastet, statt zu entlasten, riskiert Ausfälle, Fluktuation und Kosten.

§ 3 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet zur Fürsorge. Die gehört konsequent umgesetzt – auch in einem kommunalen Betrieb.

Was wir fordern:
✅ Planbare Dienstzeiten
✅ Verlässliche Urlaubsregelung
✅ Respektvolle Behandlung
✅ Konkrete Maßnahmen statt schöner Worte

🧑‍💼 Markus Castro
🧑‍💼 Karl Schwarz
Stadträte im Gemeinderat Freiburg