
In der Badischen Zeitung erschien am 8. Januar ein Artikel über den hohen Alkoholkunsum in der deutschen Bevölkerung und ob eine Alkoholsteuer helfen würde, um dieses Problem zu lösen. Im europäischen Vergleich ist in Deutschland der Alkohol sehr billig in den Geschäften zu erhalten. Jedoch hat der Alkoholkunsum Bundeweit zugenommen, was auch teure Folgen für das Gesundheitssystem hat.
🟦 Alkoholkonsum geht zurück, aber Suchtpotenzial nimmt zu
Der Alkoholkonsum geht seit Jahren zurück – gerade bei den 20- bis 30-Jährigen verzichten viele inzwischen ganz oder trinken spürbar weniger. Gleichzeitig bleibt das Problem groß: Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) konsumieren etwa neun Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in problematischer Weise.
Denn Deutschland zählt weiterhin zu den 20 Staaten mit dem höchsten Alkoholkonsum pro Kopf weltweit, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Durchschnittlich kommen pro Person ab 15 Jahren 11,2 Liter reiner Alkohol im Jahr zusammen – umgerechnet rund 448 Halbliter-Biere. Aus medizinischer Sicht ist das deutlich zu viel, auch weil Alkohol zahlreiche Erkrankungen begünstigen kann, allen voran verschiedene Krebsarten.
🟦 Überlastetes Gesundheitssystem
Es ist gerade das Gesundheitssystem das die Folgen dieser „Volksdroge“ teuer zu stehen bekommt. Der Gesundheitsökonom Tobias Effertz von der Universität Hamburg hat schon 2020 in einer wissenschaftlichen Publikation ausgerechnet, dass sich die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 57 Milliarden Euro belaufen. Davon entfielen seinerzeit rund 17 Milliarden Euro auf direkte Gesundheitskosten und rund 40 Milliarden auf indirekte Kosten, also etwa durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung. Die Kosten dürften in den nächsten Jahren weiter nach oben rauschen, die Folgen für unser Gesundheitssystem dürfte noch teurer werden.
Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU8CSU-Fraktion, Simone Borchardt sagte hierzu: „In Deutschland gibt es bislang nur Steuern auf Alkohol, die wenig mit den gesundheitlichen Folgen gemein haben. Diese fließen aktuell gesammelt in den Bundeshaushalt und stehen nicht gezielt für die Bewältigung der gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums zur Verfügung.
🟦 Unser Fazit
Alkohol ist längst kein Randproblem mehr, sondern eine massive Belastung für das Gesundheitssystem – und am Ende zahlen wieder die Leistungsträger die Rechnung. Statt immer neue Steuern zu erfinden, braucht es endlich Ehrlichkeit über Ursachen, Verantwortung und Prävention. Ein Staat, der Milliardenkosten billigend in Kauf nimmt, aber gleichzeitig Bürger immer stärker finanziell belastet, handelt nicht verantwortungsvoll. Wer wirklich helfen will, muss Missbrauch bekämpfen und Eigenverantwortung stärken – nicht bloß neue Abgaben einführen, die im Bundeshaushalt versickern. Gesundheitspolitik darf kein ideologisches Projekt sein, sondern muss wirksam, zielgerichtet und fair gegenüber den Beitragszahlern bleiben.
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