Die grüne Verkehrspolitik in Freiburg geht in die nächste Runde: An der Eschholzstraße sollen rund 40 von bislang etwa 90 Parkmöglichkeiten ersatzlos wegfallen. Begründet wird die Maßnahme mit mehr Sicherheit für Radfahrer. Unter anderem soll zwischen Radführung und parkenden Fahrzeugen ein 75 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen entstehen.

Natürlich ist Verkehrssicherheit wichtig. Doch wieder einmal stellt sich die Frage, warum die Lösung in Freiburg fast automatisch zulasten der Autofahrer gehen muss. Für Anwohner, Besucher, Handwerker und Gewerbetreibende bedeutet der Wegfall von fast der Hälfte der bisherigen Stellplätze vor allem eines: noch mehr Parkplatzsuche, noch mehr Umwege und noch mehr Frust.

Die neue, bundesweite Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ zeigt: Freiburg baut seine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Mobilität weiter aus. Der Radverkehrsanteil stieg auf 33 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung 2017, und ist damit bundesweit spitze. Auch zu Fuß sind die Freiburger häufiger unterwegs.

Besonders bezeichnend ist auch die Kritik an der Kommunikation der Stadtverwaltung. Statt die Betroffenen frühzeitig mitzunehmen und tragfähige Alternativen zu schaffen, werden erneut Fakten geschaffen. Freiburg entwickelt sich zunehmend zu einer Stadt, in der das Auto politisch offenbar nur noch als Störfaktor betrachtet wird.

Eine ausgewogene Verkehrspolitik sieht anders aus.