Wie in den vergangenen Jahren sind auch im Jahr 2024 die Kirchenaustritte in Freiburg angestiegen – jedoch nicht mehr mit dem rasanten Sprung wie in den Jahren zuvor.
Die Evangelische Kirche in Freiburg verzeichnete einen Rückgang um 4 %: 1.309 Personen haben sie im Jahr 2024 verlassen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es noch 1.500 Menschen – der Austrittsprozess hat sich also etwas abgeschwächt.
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Katholischen Kirche. Dort traten im Jahr 2024 insgesamt 1.682 Personen aus. Im Vorjahr 2023 waren es noch 2.235 Menschen, die der katholischen Kirche den Rücken kehrten.
Die Zahl der Austritte bleibt bei beiden Kirchen zwar hoch, bewegt sich aber auf einem etwas niedrigeren Niveau. Im Langzeitvergleich zeigt sich dennoch ein deutlicher Rückgang: So gab es im Jahr 2005 noch 91.376 Katholiken in Freiburg, heute sind es nur noch 68.507.
Die Gründe für einen Kirchenaustritt sind vielfältig – persönliche, politische oder auch der Verlust des Glaubens. Besonders die Katholische Kirche hat in den letzten Jahren massiv unter den schweren Missbrauchsvorwürfen gelitten. Dabei muss jedoch betont werden, dass die Institution Kirche als solche nicht pauschal verantwortlich gemacht werden kann – die Täter müssen selbstverständlich konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
Ein weiterer, häufig genannter Grund ist finanzieller Natur: Viele Menschen geben an, dass die Kirchensteuer sie zum Austritt bewegt hat.
Aus unserer Sicht jedoch ist ein anderer Punkt ausschlaggebender für den seit Jahren anhaltenden Trend: die zunehmende Politisierung der Kirchen. Immer mehr Menschen stören sich daran, dass sich kirchliche Vertreter stark politisch äußern – häufig aus linksgrüner Perspektive. Dabei wünschen sich viele Gläubige, dass der Fokus auf der christlichen Botschaft liegt und nicht auf politischer Positionierung in Predigten.
Es gibt z.B. viele Öffentliche Stellungnahmen von Kirchenfunktionären die sich positiv über Seenotrettungen Äußern: https://www.ekd.de/seenotrettung-im-mittelmeer-46579.htm Auch öffentliche Stellungnahmen gegen die AfD gibt es sehr häufig, diese sind nautisch negativ zu bewerten und sollten in Zukunft unterlassen bleiben. Auch gab es einen unschönen Vorfall indem, AfD-Funktionäre von kirchlichen Ehrenämtern ausgeschlossen wurden: https://katholisch.de/artikel/54960-afd-funktionaer-von-kirchlichen-ehrenaemtern-ausgeschlossen
Die zunehmende politische Vereinnahmung der Kirche muss beendet werden, wenn sie wieder breitere Teile der Gesellschaft ansprechen und ihre eigentliche spirituelle Aufgabe erfüllen will.
Leave A Comment