Grüne Ratsfraktion will WHO-Beitritt: Freiburg droht neue Symbolpolitik statt echter Hilfe

Die Grünen im Freiburger Gemeinderat wollen, dass die Stadt dem WHO-Netzwerk „Age-friendly Cities“ beitritt und daraus eine neue Altersstrategie entwickelt. Das klingt auf den ersten Blick vernünftig. Tatsächlich droht Freiburg damit jedoch vor allem eines: noch mehr Papier, noch mehr Sitzungen und noch mehr wohlklingende Konzepte, während die ganz praktischen Probleme älterer Menschen weiter ungelöst bleiben.

Von: Benjamin 14.04.2026, 15:12Uhr

🟦 Guter Vorschlag, aber er bringt Freiburg nicht weiter

Wie in vielen Städten in Deutschland leidet auch Freiburg unter dem Problem, dass die Bevölkerung immer älter wird. Dieses Problem wird auch in den nächsten Jahren nicht besser, im Gegenteil. Deswegen ist es richtig, sich für die ältere Bevölkerung einzusetzen, aber nicht, indem man diesem WHO-Netzwerk beitritt. Denn ein effektiver Nutzen für ältere Menschen ist dadurch nicht gegeben. Man muss die realen Probleme anpacken, die es in Freiburg gibt. Eine effektive Maßnahme wäre zum einen, endlich barrierefreien Wohnraum zu schaffen, und zum anderen, einen barrierefreien Zugang zu allen Behörden und Ämtern zu gewährleisten.

Statt diese ideologisierte Politik voranzutreiben, sollten sich die Grünen in Freiburg um die wahren Bedürfnisse der älteren Bevölkerung kümmern. Dazu gehören z. B. auch die Anwohner nahe des Augustinerplatzes oder des Seeparks. Dort kam es in der Vergangenheit nachts oft zu erbosten Anrufen bei der Polizei wegen Lärmbelästigungen, getan wurde dagegen jedoch wenig.

Hinzu kommt: Freiburg verfügt bereits über zahlreiche Anlaufstellen und Projekte für ältere Menschen. Es gibt ein Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt, Initiativen zum Älterwerden im Stadtteil, Beratungsangebote zum Wohnen im Alter und bestehende Netzwerke etwa im Bereich Demenz. Der Engpass ist also nicht in erster Linie das Fehlen neuer Strategiepapiere. Der Engpass ist vielmehr, dass bestehende Angebote gestärkt, besser verzahnt und konsequent auf den Alltag der Menschen ausgerichtet werden müssten.

🟦 Keine symbolische Wirkung, sondern Taten müssen folgen

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Selbstverständlich ist es richtig, die Lebensqualität älterer Menschen ernst zu nehmen. Aber dafür braucht es keine symbolpolitische Anbindung an globale Netzwerke, die am Ende vor allem Verwaltung, Gremien und Präsentationen beschäftigen. Freiburg sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren: mehr altersgerechte Wohnungen, sichere und alltagstaugliche Wege, verlässliche Nahversorgung in den Stadtteilen und eine Politik, die ältere Menschen nicht nur als Zielgruppe für Sonntagsreden entdeckt. Erst wenn in diesen Kernfragen echte Fortschritte sichtbar sind, kann man über weitere Netzwerke und internationale Austauschformate reden. Für Freiburg gilt: weniger PR, mehr Praxis.

Quelle: https://gruenefraktionfr.de/freiburg-soll-eine-altersfreundliche-stadt-werden/

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