Anfang Februar gab der Freiburger Polizeipräsident Norbert Schneider der Badischen Zeitung ein Interview. Darin vermittelte er den Eindruck, Freiburg sei trotz aller Probleme eine Stadt, in der man sicher leben könne. Doch wer mit offenen Augen durch Freiburg geht, wer die Entwicklung an bekannten Brennpunkten verfolgt und wer die Sorgen vieler Bürger ernst nimmt, fragt sich unweigerlich: Wie realitätsnah ist diese Einschätzung eigentlich noch?

🟦 Realitätsverweigerung?!

Wenn man sich die Kriminalitätslage in Freiburg nüchtern ansieht, fällt es schwer, diese beschwichtigenden Aussagen einfach hinzunehmen. Gerade in den bekannten Problemzonen erleben viele Menschen eben nicht das Gefühl von Sicherheit, sondern das genaue Gegenteil: Unsicherheit, Verdrängung und den Eindruck, dass der öffentliche Raum zunehmend an Ordnung verliert.

In einem großen Interview mit der Badischen Zeitung sprach Schneider über seine Herkunft, seine Familie, aber auch über seine neue Arbeit als Polizeipräsident. Das Amt trat er am 01.12.2025 an. Darin sagte er Folgendes:

„Wir haben eine hohe Kriminalitätsbelastung, insbesondere im Stadtkreis. Es gibt also Arbeit, keine Frage. Hinzu kommt das vielfältige Einsatzgeschäft: viele Einsatzlagen, Demonstrationen, Versammlungen, Fußballeinsätze. Ich komme sicherlich nicht nach Freiburg, um Kriminalität zu verwalten. Selbstverständlich haben wir den Anspruch, die Sicherheit so gut wie möglich herzustellen, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass wir hier in Baden-Württemberg – auch in Freiburg – sehr gut und sicher leben. Vergleiche sind daher relativ. Aber natürlich ist für Opfer und Geschädigte jeder Fall einer zu viel. Im Vergleich mit anderen Großstädten in Baden-Württemberg gibt es im Stadtkreis Freiburg für uns Hausaufgaben. Erste Ansätze verfolgen wir bereits. Die Polizei ist aber auch nicht allein für Sicherheit und Ordnung zuständig.“

🟦 Schönfärberei beenden

Natürlich kann man Statistiken relativieren, Entwicklungen einordnen und auf andere Großstädte verweisen. Doch das ändert nichts an der Lebenswirklichkeit vor Ort. Für die Bürger zählt nicht, wie etwas in Pressegesprächen formuliert wird – für sie zählt, ob sie sich abends in bestimmten Bereichen noch sicher fühlen, ob Familien unbesorgt durch die Stadt gehen können und ob der Staat sichtbar die Kontrolle behält.

🟦 Kriminalität in Freiburg ist und bleibt hoch

Zwar liegt Freiburg in der Kriminalitätsstatistik 2025 auf Rang zwei innerhalb von Baden-Württemberg, jedoch sind Sinkende Zahlen positiv – aber kein Freispruch für die Lage.

Ja, die Fallzahlen sind 2025 zurückgegangen. Trotzdem wurden im Stadtkreis Freiburg noch immer 22.869 Straftaten registriert, davon 21.996 ohne Ausländerrecht. Im öffentlichen Raum waren es 11.290 Fälle. Das ist eine Verbesserung, aber kein Zustand, den man einfach als „sehr sicher“ darstellen sollte.

Gerade hier liegt das eigentliche Problem: Wer die Lage ständig beschwichtigt, läuft Gefahr, das Vertrauen der Bürger weiter zu verspielen. Sicherheit entsteht nicht durch wohlklingende Aussagen, sondern durch klare Benennung der Probleme, konsequentes Handeln und eine Politik, die nicht wegschaut.

Freiburg braucht deshalb keine Schönfärberei, sondern Ehrlichkeit. Denn nur wer die Realität anerkennt, kann die Ursachen von Kriminalität wirksam bekämpfen. Alles andere wirkt auf viele Bürger wie ein weiteres Signal dafür, dass ihre berechtigten Sorgen von den Verantwortlichen nicht wirklich ernst genommen werden. Quelle: https://www.badische-zeitung.de/der-neue-freiburger-polizeipraesident-ist-ueberzeugt-wir-leben-hier-sehr-gut-und-sicher

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