
Bernhard | 25.06.2026 19:53
Jeden Sommer wiederholt sich am Freiburger Kepler-Gymnasium an der Bismarckallee das gleiche unerträgliche Schauspiel. Das schwarz geklinkerte Schulgebäude heizt sich bei sommerlichen Temperaturen extrem auf, sodass am Ende unerträgliche 34 Grad im Klassenzimmer gemessen werden. Für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte ist das längst keine normale Sommersituation mehr, sondern ein ernstes Problem für Konzentration, Gesundheit und Unterrichtsqualität.
🟦 Improvisierte Maßnahmen bringen nichts
Da offenbar keine ausreichenden baulichen Gegenmaßnahmen greifen, muss die Schulgemeinschaft improvisieren. Mit einfachen Fächern, Wasserflaschen und der Verlegung des Unterrichts in kühlere Räume oder in den Keller versuchen Lehrkräfte und Schüler, den schwierigen Bedingungen irgendwie zu trotzen. Das mag kurzfristig helfen, ist aber keine dauerhafte Lösung für ein städtisches Schulgebäude.
Besonders ärgerlich ist, dass dieses Problem nicht neu ist. Wenn sich ein Schulgebäude jeden Sommer derart aufheizt, dann braucht es verbindliche und wirksame Maßnahmen: besseren Sonnenschutz, eine funktionierende Belüftung, Verschattung, technische Kühlung dort, wo sie notwendig ist, und vor allem einen klaren Sanierungsplan. Dass das Gebäude perspektivisch einem Neubau weichen soll, hilft den Betroffenen im Hier und Jetzt wenig, wenn sie weiterhin Jahr für Jahr bei unerträglichen Temperaturen im Klassenzimmer sitzen müssen.
🟦 Erschreckende Prioritätensetzung
Erschreckend ist dabei vor allem die Prioritätensetzung der Stadt Freiburg. Für den neuen Stadtteil Dietenbach nimmt Freiburg rund 200 Millionen Euro in die Hand, um einen riesigen Schulcampus zu errichten. Dieses Projekt mag politisch gewollt sein – doch gleichzeitig kämpfen bestehende Schulen in der Stadt seit Jahren mit Hitzeproblemen, Platzmangel, baulichen Mängeln und Sanierungsbedarf.
Dort, wo Schülerinnen und Schüler bereits heute lernen, herrscht vielerorts weiterhin Mangelverwaltung. Am Kepler-Gymnasium zeigt sich das besonders deutlich: Während für neue Großprojekte enorme Summen bereitgestellt werden, müssen Lehrkräfte und Schüler in bestehenden Gebäuden mit Fächern, Wasserflaschen und Ausweichräumen improvisieren.
🟦 Stadt muss in die Offensive gehen
Die Stadt Freiburg muss nun endlich in die Offensive gehen und eine echte Investitionsoffensive für ihre Bildungseinrichtungen starten. Das Kepler-Gymnasium darf im kommenden Jahr nicht erneut auf provisorische Maßnahmen angewiesen sein. Statt Fächern, Wasserflaschen und Ausweichräumen braucht es wirksame bauliche Lösungen: besseren Sonnenschutz, funktionierende Belüftung, Verschattung und dort, wo es notwendig ist, auch technische Kühlung oder Klimaanlagen.
Unterricht bei über 30 Grad im Klassenzimmer darf nicht zur Normalität werden. Lernen, Konzentration und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler müssen endlich wieder Vorrang haben. Eine Stadt, die Bildung ernst nimmt, darf ihre Schulen nicht in einem Zustand belassen, in dem im Sommer nur noch improvisiert werden kann.
Der Sanierungsbedarf an Freiburger Schulen muss deshalb konsequent, transparent und mit klaren Prioritäten angegangen werden. Entscheidend ist nicht, wie die Verwaltung die Probleme sprachlich beschreibt, sondern ob sie vor Ort endlich spürbar gelöst werden.
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