
Martin | 29.09.2026 13:10
Die Beschwerdeliste über kriminelle Vorfälle rund um die Freiburger Drogen-Hotspots reißt nicht ab. Am 8. September berichteten wir bereits über die Lage. Nun berichtet auch ein Hotelbetreiber aus unmittelbarer Nähe der Freiburger Drogen-Hotspots rund um die Stefan-Meier-Straße über erhebliche Belastungen.
🟦 Bürger über Zustände erregt und sauer
Die Probleme rund um Freiburgs offene Drogenszene beschäftigen längst nicht mehr nur Polizei, Sozialarbeit und Anwohner. Viele Anwohner sind über diese unhaltbaren Zustände erbost und wollen endlich, dass die Stadt Freiburg Lösungen findet, um diese Zustände zu beenden.
Wie die Badische Zeitung berichtet, führt Alexander Beinert, Betreiber des „The Alex Hotel“ in der Rheinstraße, inzwischen eine ganze Liste mit Vorfällen. Diese soll bereits sechs Seiten umfassen. Unter anderem beklagt der Hotelier Einbrüche. Das privat geführte Hotel liegt nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt und damit in unmittelbarer Nähe der Bereiche rund um Colombipark, Bismarckallee und Stefan-Meier-Straße.
Eine Mitarbeiterin des Hotels berichtet, dass sich am frühen Morgen ein Mann zum Frühstücksbuffet begab und sich dort bedienen wollte. Daraufhin wurde er von der Mitarbeiterin ohne Widerstand aus dem Hotel begleitet. Auch wurde darüber berichtet, dass sich jemand in die Küche schlich und sich dort fröhlich bediente.
🟦 Die Probleme verlagern sich in das Umfeld
Das Problem kommt nicht überraschend. Die Stadt Freiburg hatte bereits 2024 eingeräumt, dass es rund um den damals eingerichteten Aufenthaltsplatz am Colombipark massive Beschwerden gegeben hatte. Daraufhin wurde an der Stefan-Meier-Straße ein zweiter Aufenthaltsort für suchtkranke Menschen eingerichtet.
Bemerkenswert ist dabei eine damalige Einschätzung der Stadt: Eine vollständige Schließung des Platzes am Colombipark könne dazu führen, dass sich Drogenkonsumenten verstärkt in Hauseingängen oder Tiefgarageneinfahrten der umliegenden Straßen aufhalten. Genau diese Verlagerung der Probleme in das unmittelbare Umfeld muss deshalb weiterhin ernst genommen werden.
Auch rund um die Bismarckallee hatten Gewerbetreibende in den vergangenen Monaten bereits über offenen Drogenkonsum, herumliegende Spritzen, Müll und weitere Belastungen geklagt.
🟦 Geschäftsleute und Anwohner dürfen nicht die Leidtragenden sein
Selbstverständlich brauchen suchtkranke Menschen Hilfe, medizinische Versorgung und erreichbare Beratungsangebote. Doch genauso selbstverständlich muss gelten: Die Folgen einer offenen Drogenszene dürfen nicht auf Hotels, Geschäfte, Mitarbeiter und Anwohner abgewälzt werden.
Wenn Unternehmer zusätzlich in Sicherheitstechnik investieren müssen, Mitarbeiter sich mit den Auswirkungen der Szene auseinandersetzen müssen oder Gäste einen negativen Eindruck von Freiburg bekommen, ist eine Grenze erreicht.
Dabei muss sauber unterschieden werden: Nicht jeder Einbruch oder jede Straftat im Umfeld lässt sich automatisch einem Mitglied der Drogenszene zurechnen. Trotzdem zeigt die inzwischen lange Liste des Hotelbetreibers, dass die Situation vor Ort offensichtlich weiterhin ernst genommen werden muss.
🟦 Stadt will reagieren
Die Stadtverwaltung weiß inzwischen Bescheid und will entsprechend reagieren, sagte der städtische Pressereferent Toni Klein. Zum einen habe der Vollzugsdienst die Rheinstraße stärker im Blick. Doch so, wie es im Moment läuft, kann es keine Dauerlösung sein.
Wenn Geschäftsleute inzwischen seitenlange Listen mit Vorfällen führen müssen, sollte das für Rathaus und Sicherheitsbehörden ein deutliches Warnsignal sein.
Suchtkranke brauchen Hilfe – aber Bürger, Beschäftigte, Geschäftsleute und Hotelgäste haben genauso ein Recht auf Sicherheit und ein sauberes Umfeld.

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